"Die gesammelten Schrecken der Monster des Alltags" ist im Gegensatz zu dem, was der Titel suggeriert, kein Sammelwerk der vorangegangen Bände - vielmehr hat Autor Christian Moser diesen Band dazu genutzt, neue Götter in seinen Alltagsmonster-Pantheon zu erheben, von denen ja einige schon in der Inhaltsangabe aufgezählt wurden.
Nach einem Vorwort präsentieren sich diese neuen Monster des Alltags in alphabetischer Reihenfolge - angefangen mit der Antriebslosigkeit bis hin zu dem leisen Zweifel.
Jedes Monster bekommt eine zweiseitige Präsentationsfläche. Neben seinem gebräuchlichen Namen verfügt jedes der Monster noch über einen lateinischen Namen, den die Fachwelt so gerne benutzt. Danach folgt eine allgemeine Beschreibung des Monsters, gefolgt von einer Anmerkung, die sich hauptsächlich auf sein Zusammenspiel mit manch anderen seiner Art bezieht. So verkündet zum Beispiel die Anmerkung zur Schönfärberei: "Lässt ihr Heim von der Selbsttäuschung dekorieren. Liebt die Opulenz der Romantik und die warmen Töne der Nostalgie. Kann nichts mit dem nüchternen Stil der Selbsterkenntnis anfangen." Abgerundet wird das Ganze durch eine ganzseitige Abbildung und in manchen Fällen sogar noch durch ein bis zwei weitere, kleinere Illustrationen.
Wie es sich für eine wissenschaftliche Abhandlung gehört, lässt es sich der Autor nicht nehmen zu zitieren und zu referenzieren wie ein echter Profi. Zu jedem genannten Monster gibt es eine Angabe dazu, wo man weitere Informationen zu diesem oder jenem Monster finden kann. Außerdem sind alle Abbildungen durchnummeriert und mit erklärenden Bildunterschriften versehen. Besser hätte es selbst Meister Latex nicht machen können - oder hat er vielleicht sogar geholfen?
Dies macht "Die gesammelten Schrecken der Monster des Alltags" von Christian Moser zu einem Nachschlagewerk der amüsanten Art. Einziger Wermutstropfen ist der irreführenden Titel des Buches - lässt man sich aber auf die Monster ein, kann man sich und auch seine Freunde und Bekannten in den Schilderungen einiger dieser Monster durchaus wiederfinden. Lust auf mehr macht es allemal.