Wenn Peter Ustinov ein Buch schreibt, erwartet man schräge Charaktere anzutreffen, auspointierte Typen, die es so ganz bestimmt nicht gibt, ans Absurde grenzende Handlungen und überraschende Wendungen. Diese Erwartungen bedient der titelgebende Monsieur René - ein Concierge, auch wenn er sich im Ruhestand befindet, wird immer nur mit seinem Vornamen angeredet - dem aberwitzige Dinge widerfahren. Ein Concierge sieht Vieles und redet nicht darüber. Das ist Berufsehre und dazu steht Monsieur René, was ihn nicht daran hindert, aus seinen eigenen und den gezielt zusammengetragenen Beobachtungen anderer Hotelbediensteter Schlüsse zu ziehen, um die Welt zu retten. Da ist dann noch der scheidende Polizeipräsident mit seinem so völlig desolaten Privatleben in das Monsieur René wohlmeinend eingreift, wobei sich seine Eingriffe, die er auch in Leben anderer Personen vornimmt, später zum Wohle aller verselbständigen. Den aus dem Nichts auftauchenden Neffen Louis darf man ruhig missraten nennen, ohne ihn dadurch zu diskreditieren.
Das Buch zieht seinen ihm eigenen Charme weniger aus der in einem dörflichen Genf angesiedelten Handlung, die man als Familienliebeskriminalroman beschreiben kann, denn aus der liebenswerten Verschrobenheit der Personen. Deren Schrulligkeit hat Peter Ustinov so austariert, dass man beim Lesen immerzu staunt, wie viel Absurdität in die Wirklichkeit passt.