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Philippe Claudel ist noch mit seinem letzten Roman Die grauen Seelen bestens in Erinnerung, nun ein ganz ähnlich intensives, lange nachklingendes Buch über Flucht und Vertreibung, den Verlust von Heimat und Geborgenheit. Der Tod hat ihm alles genommen. Er besitzt nichts mehr ... Er ist tausende Tage entfernt von einem Leben, das einst schön und glücklich war. Familie, Freunde, Haus, alles hat Monsieur Linh verloren, nur er und seine sechs Wochen alte Enkelin haben überlebt. Nur für sie flieht er, für sein ein und alles. Jeder Tag hat einen Morgen. Immer kehrt das Licht zurück, immer folgt ein neuer Tag. Einmal wirst du Mutter sein. Das alte Lied seiner Familie singt er gefühlvoll und beschwörend, voller Hoffnung immer wieder der Kleinen vor.
Dann irgendwann, lernt Monsieur Linh Monsieur Bark kennen, die beiden verstehen sich nicht, sprechen unterschiedliche Sprachen, fühlen aber durch Gesten und Mimik eine wachsende freundschaftliche Verbundenheit. Sie erzählen von früher, vertrauen sich Erinnerungen an. Ich kenne ihre Heimat, gesteht Monsieur Bark. Ich war damals zwanzig. Man hat mir damals ein Gewehr in die Hand gedrückt, als ich fast noch ein Kind war .... Verzeihen Sie mir. Eine erschütternde Szene, in der der Andere arglos seinen Freund anschaut, voller Dankbarkeit für menschliche Nähe.
Viel zu schnell hat man es gelesen, das kleine Buch: Große Gefühle, die ganz tief im Inneren bleiben, je leiser Claudel erzählt, umso stärker melden sie sich zu Wort: Traurigkeit, Wehmut und Heimweh, die wie ein Stachel festsitzen, ein Schmerz, der nicht aufhören mag und gleichzeitig auch Mut und fast ein bisschen Hoffnung. Er hat Hungersnöte und Kriege überstanden. Er hat das Meer überquert. Er ist unbesiegbar. Eines Tages aber wird die Freundschaft der beiden Männer jäh unterbrochen. --Barbara Wegmann
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
24 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Wunderschön und rührend!,
Rezension bezieht sich auf: Monsieur Linh und die Gabe der Hoffnung (Gebundene Ausgabe)
Ich bekenne: die Liste meiner Lieblingsbücher hat sich um eines erweitert. "Monsieur Linh und die Gabe der Hoffnung" ging mir unter die Haut und hat mir zugleich wunderbare Lesestunden beschert!!Für mich ist es ein Buch, dass ich nicht vergessen werde. Wo soll ich anfangen? Die Geschichte ist grob umrissen folgende: ein alter Mann, als einzige seiner Familie haben er und seine noch kleine Enkeltochter die gewalttätigen Auseinandersetzungen überlebt, wandert per Schiff nach Europa aus. Im Gepäck hat er ein wenig heimatliche Erde und ein verblasstes Foto. Nach Wochen der Überfahrt kommen die Emigranten schließlich im kalten, nebligen Europa an und werden dort zunächst in einem Heim für Emigranten untergebracht. Alles ist fremd für den Neuankömmling: die Gerüche, die Landschaft, die Mentalität der Menschen, einfach alles...oftmals denkt er wehmütig zurück an sein Leben daheim, er ist nur glücklich, dass er seine kleine Enkeltochter bei sich hat. Sie gibt ihm die Kraft weiterzuleben da er für sie sorgen muss. Im Laufe der Zeit traut er sich auch allmählich auf Entdeckungstour. Er geht also spazieren mit seiner Enkelin. Eines Tages macht er die Bekanntschaft eines Mannes bei einem seiner Spaziergänge im Park. Beide verbindet Einsamkeit und der Verlust liebgewonnener Menschen. Und obwohl der eine nicht die Sprache des anderen spricht entsteht ein stummes Einvernehmen und Vertrauen zueinander. Sie erfreuen sich an der Gesellschaft des anderen und Monsieur Linh lauscht den Erzählungen seines neuen Freundes. Obwohl er die Worte nicht versteht, so begreift er doch anhand der Intonation, dass dieser auch Kummer erlebt hat. Und so entsteht eine kostbare und wunderbare Freundschaft zwischen den beiden, die nicht befriedigender sein könnte selbst wenn sie verstehen könnten was der andere sagt. Doch das Glück einen Freund gefunden zu haben wird getrübt als Monsieur Linh erfährt, dass er aus dem Heim für Emigranten in ein Altenheim übersiedeln soll. Es zwingt ihm eine erneute Umstellung auf. Als er dort wohnt wird ihm klargemacht, dass er das Heim nicht mehr einfach verlassen darf. Er macht sich Sorgen wie er es anstellen soll jemals seinen Freund wieder zu treffen... Das Ende ist ebenso überraschend wie erschütternd, obwohl mir schon manchmal etwas dämmerte.... Eine Geschichte geschrieben mit so viel Gefühl und Liebe für die Hauptfiguren!! Wer eher die leisen Töne liebt und auf Action verzichten kann wird dieses Buch sicher ebenso lieben! Wirklich wunderschön!! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Subtilität hoch drei,
Von
Rezension bezieht sich auf: Monsieur Linh und die Gabe der Hoffnung (Gebundene Ausgabe)
Ein grosses Buch mit kleinem Umfang.Sie werden diesen Roman, der nur 127 Seiten umfasst, nicht mehr weglegen können. Das Schicksal des Monsieur Linh ist unglaublich tiefgründig und ergreifend, so dass manch ein Leserauge nach erfolgter Lektüre feucht sein dürfte. Obwohl der Hintergrund des Buches aus historischer Sicht einige Jahrzehnte zurückliegt, sind durch Kriege verursachte Tragödien einzelner Menschen Schicksale absolut aktuell. Die Subtilität der Darstellung von Herrn Linhs unsinniger Entwurzelung von seiner geliebten Heimat infolge Kriegsgelüsten fremder Mächgte, ist meisterlich. Der Autor verdient höchste Anerkennung. Wenn Sie dieses Buch zur Hand nehmen, riskieren Sie ein Abendessen oder einen anstehenden Termin zu verpassen, denn Sie werden sich nicht leicht von der einmal begonnenen Lektüre trennen können. Marcel Burgauer, Zumikon, Schweiz Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Zerbrechliches Glück,
Von
Rezension bezieht sich auf: Monsieur Linh und die Gabe der Hoffnung (Gebundene Ausgabe)
Eine ganz stille und subtile Erzählung zweier alter einsamer Männer, die sich anfreunden, obwohl sie die Sprache des anderen nicht verstehen. Täglich wartet einer auf den anderen auf derselben Bank. Kaum dass sie sich gefunden haben, werden sie jedoch voneinander getrennt. Für immer?Mit seinem ganz klaren einfachen und bestechend eindringlichen Stil erzeugt Philippe Claudel eine fesselnde melancholische Stimmung. Es bleibt einem kaum eine andere Wahl als das Buch in einem Atemzug durch zu lesen. Und am Ende ist man glücklich und traurig zugleich. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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