Die Erzählung bietet einen spannenden und unterhaltsamen Einblick rund um die Geschehnisse der Immobilien-Privatisierung nach der Wende in Berlin Prenzlauer Berg. Trotz ' oder gerade wegen der menschlich nachvollziehbaren persönlichen Betroffenheit, versteht es Frank Ewald Geschichte und Erfahrungen vorzustellen, sowie feste Muster der Gegenwartsgesellschaft zu erschüttern und zu hinterfragen. Der Autor verrät keine Tipps wie man es besser machen hätte können und wirft nicht mit Ratschlägen um sich, er bleibt bei seiner Rolle als Max Steinert, die er entgegen aller potentieller Vorwürfe sehr neutral und objektiv ausübt. Der Gefahr, die Vergangenheit zu verklären, entgeht er, auch wenn die Betonung der Differenz zwischen einem "Früher" und der Gegenwart das Buch durchzieht.
Als Österreicherin begegne ich der Entwicklung in Prenzlauer Berg oftmals mit verständnislosem Erstaunen. Ewalds Roman lässt mich manches klarer sehen, gelassener ' inmitten einer von Narzissmus geleiteten 'Therapie-Szene', deren Hauptproblem das modegerechte Outfit des eigenen Egos ist.
Meiner Ansicht nach ist Frank Ewalds Roman eine gelungene Collage über die Auswüchse des Kapitalismus, die Ideologie des Konsumismus, Subversionsstrategien und Möglichkeiten widerständiger Praxis.