Hinter dem Pseudonym Marek van der Jagt verbirgt sich Arnon Grünberg, ein noch relativ junger Autor (Jahrgang 1971), der einigen Diogenes-Experten bereits seit längerer Zeit ein Begriff sein dürfte. In dem schmalen Bändchen "Monogam" analysiert Marek van der Jagt in sehr lebendiger und gefeilter Prosa die Strukturen der Liebe, um die er, hier und da an Freud und Stendhal anlehnend, eine sehr eingängige Geschichte baut. Besonders markant ist die entwaffnende Ehrlichkeit, die aus vielen Zeilen herausdringt und zum Nachdenken anregt. Bedürfnisse und Sehnsüchte können nicht romantisch sublimiert werden, und so kommt Marek mitten in der Erzählung zum Ergebnis: "Wer nicht weggeworfen werden will, so lernte ich, muss selbst wegwerfen."
Marek van der Jagt wirft in seiner Erzählung die existenziellen Fragen auf, die jeden schon beschäftigt haben oder einmal beschäftigen werden. Antwort bleibt uns der Autor zum Teil schuldig, was jedoch nicht im Entferntesten den Lesegenuss dieser erfrischenden und geistreichen Prosa trübt.