Sind mir Modeselektor bisher nur durch einige wilde Titel (entweder Auskopplungen früherer Alben oder Scheiben, die für sich standen) aufgefallen, die alleine schon innerhalb ihresgleichen einen Genrebogen im elektronischen Sektor schlagen, so schaffen das Modeselektor hier auf Albumlänge. War mir vor dem Kauf des Albums klar, dass auf diesem Werk viele Facetten angeschlagen werden, so war ich dann doch überrascht, wie vielfältig Modeselektor dieses Album ausgestaltet haben (in Unkenntnis der früheren Alben meinerseits).
Mit unzähligen Gastsängern ausgestattet, die allesamt ihresgleichen dafür tun, die Unterschiedlichkeit im Genre der Titel zu fördern, ziehen Modeselektor einen Genrebogen von HipHop und Ambientestücken zu "Techno"brettern, die jede Tanzfläche zum kochen bringen. Herausstechend ist bei den Namen der Gastsängern auf jeden Fall Thom Yorke, der auch der Band Radiohead seine Stimme verleiht und der bekennender Fan von Modeselektor ist. Deshalb kam es schon bei früheren Werken zur Zusammenarbeit und auch hier wird die Stimme Yorkes dezent eingesetzt und nicht in den Vordergrund gespielt, was besonders bei dem Titel Shipwreck angenehm auffällt. Einen Favoriten auf diesem Album zu finden ist eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit, da alle Titel (bis auf den Track "Berlin", den ich leider aufgrund seiner Länge nervig finde, was bei der Stimme von Miss Platnum eigentlich schade ist) ihren eigenen Reiz haben. Da ich aber mehr der Fan von Tracks bin, die ins Bein gehen stehen German Clap und Evil Twin bei mir ganz oben, da sie sich erstens durch ihr Tempo vom Rest unterscheiden und trotz ihrer Monotonität recht vieldimensional ins Ohr gehen, was besonders bei Evil Twin ins Gehör sticht, da der Titel auch bei dem Verlauf des Tracks Programm ist.
Anspieltipps: Evil Twin, German Clap und Green Light, Go