Sieben Staffeln lang hat Monk die unmöglichsten Fälle gelöst. Er ist vielen Menschen ans Herz gewachsen, und mir als Fan der ersten Stunde fällt es schwer, Abschied zu nehmen. Was so wunderbar begann, kann nur wunderbar enden. Die Pilotfolge und die Doppel-Folge am Schluss gehören zum Besten, was eine Serie überhaupt schaffen kann. Die Pilotfolge machte neugierig auf diesen schrulligen Ex-Polizisten, der mit seinen Phobien, Ängsten und insbesondere Zwangsneurosen sein Leben voll unter Kontrolle hat, und wenn nicht ' wie im Falle einer leichten Alkoholisierung ' buchstäblich völlig neben sich steht.
Nun aber zur letzten Staffel: Je näher es ans Eingemachte geht, desto nervöser wird der Zuseher, der endlich wissen will, ob Monk seinen allerwichtigsten Fall aufklären wird. Trudy spielt nicht nur in der Doppelfolge eine bedeutende Rolle, sie tat es im Grunde von der ersten Folge von Staffel eins bis zur letzten Folge der Staffel acht. Sie war es, die Monk dazu gebracht hat, seine unglaublichen Fähigkeiten, was die Demaskierung von Mörderinnen und Mördern betrifft, als Polizei-Berater umzusetzen. Ehe die grandiose Doppelfolge die Serie beschließt, kommt Monk auf den Hund, schlägt sich mit Ufo-Gläubigen herum, und wagt sich sogar auf einen Camping-Trip, weil er hofft, daraufhin seine Marke wieder zu bekommen, was wenig später tatsächlich geschieht. Der Fall Trudy trifft Adrian Monk buchstäblich in Mark und Bein. Er kommt dem Mörder seiner geliebten Frau auf die Schliche, und bezahlt dafür fast mit seinem Leben. Was leicht kitschig inszeniert hätte werden können, ist im Falle von Monk einfach nur wunderbar rührselig. Dieser Adrian Monk hat alles Glück auf dieser Erde verdient, und dass er den Mörder seiner Frau enttarnt, macht aus ihm einen neuen Menschen, was aber freilich noch lange nicht heißt, dass er seine Macken und Schrullen von heute auf morgen bei der Garderobe abgibt.
Adrian Monk erfährt ein Geheimnis, das ihn zunächst fertig macht. Doch seine große, über den Tod hinaus beständige Liebe zu Trudy führt dazu, dass er ein weiteres Geheimnis lüftet, durch das er eine neue, unerwartete Form von Liebe erfährt. Monk ist ' wie im Special auch Andy Breckman, der Chef-Autor sagt ' nicht irgendwie 'anders menschlich', sondern ZU MENSCHLICH. Er fühlt und denkt tiefergehend, und das macht ihn zu jenem besonderen Menschen, den viele Menschen schätzen gelernt haben. Die Doppelfolge wird vom Hauptdarsteller Tony Shalhoub, der als Adrian Monk definitiv die Rolle seines Lebens verkörpert hat (da kann in Zukunft kommen, was auch immer will), dem Chef-Autor Andy Breckman und dem Regisseur Randy Zisk als Bonus kommentiert. Hier wird die noble Zurückhaltung, das in sich ruhen von Tony Shalhoub offensichtlich, der vielleicht mehr mit Adrian Monk gemeinsam hat, als er glauben mag. Und der sich dessen bewusst ist, dass sich der Kreis mit Staffel acht geschlossen hat.
Die letzte Staffel ist ein würdiges Highlight der Serie, die u.a. die Ex-Assistentin von Monk, Sharona auf den Plan ruft. Das happy end ist vielleicht typisch hollywoodesk, aber in diesem Falle absolut berechtigt. Adrian ist endlich wieder Polizist und gleichermaßen wieder Teil einer Gemeinschaft, die ihm gefehlt hat. Nunmehr wird er seiner Fan-Gemeinde fehlen. Aber die Fans haben Glück, weil es alle acht Staffeln auf DVD gibt, und Monk sogar im Originalton genossen werden kann. In diesem Sinne weiterhin viel Spaß mit Adrian Monk!