Wie am Ende der zweiten Staffel durch die Episode Mr. Monk landet im Gefängnis angekündigt, reist Adrian gleich zu Beginn der dritten Staffel nach Manhattan, da er hofft, Hintergründe zum Mord an seiner über alles geliebten Frau Trudy zu erfahren.
Obzwar er den Mord an einem Diplomaten, den er zufällig gesehen hat (und sich nur an das Ohr des Täters erinnern kann!), mit Bravour löst, und mit dem Mann, der angeblich näheres über den Mord an Trudy weiß (und nunmehr im Sterben liegt), sprechen kann, bleibt es ihm verwehrt, einen wertvollen Hinweis zu bekommen.
Die Biographie von Adrian Monk erhält dann einen Dämpfer, da seine Betreuerin Sharona in eine andere Stadt gezogen, und zu ihren Ex-Mann zurückgekehrt ist. Damit tritt nach vielen Bewerbungsgesprächen durch einen zumindest für Adrian glücklichen Zufall eine neue Betreuerin auf den Plan. Natalie Teeger tötet in Notwehr einen Mann, der in ihr Haus eingedrungen, und auf sie losgegangen ist. Sie wendet sich an Adrian, da sie von seinen hervorragenden Qualitäten als Polizeiberater gehört hat. Und so nebenbei wird sie am Ende der Episode Mr. Monk und Natalie fischen im Dunkeln Nachfolgerin von Sharona als Betreuerin des schrulligen ehemaligen Cops.
Über den Weggang von Bitty Schram, die zweieinhalb Staffeln lang kongeniale Filmpartnerin von Tony Shalhoub war, wurde viel spekuliert. An dieser Stelle kann aber nur geschrieben sein, dass ihre Nachfolgerin, Traylor Howard, ihre Sache ausgezeichnet macht. Natalie hat einen völlig anderen Charakter als Sharona, und sagt Adrian schon mal ihre Meinung, wenn es etwa um ihre Unkosten in Zusammenhang mit ihrer Betreuungstätigkeit geht, die ihr Chef nicht sofort begleichen will. Sie trägt die Serie wunderbar mit, und ergänzt das Team hervorragend.
Neben den beschriebenen Episoden stechen noch zwei weitere Folgen dieser dritten Staffel hervor. Mr. Monk steckt im Stau fordert Adrian höchsten Mut ab, um Natalie aus einer Todesgefahr zu retten. Und die allerletzte Episode der dritten Staffel gehört zweifellos zu den berührendsten und genialsten der Serie überhaupt.
Ein knapp zweijähriger Knabe läuft in einem Waldstück herum, und hält einen abgetrennten kleinen Finger in der Hand. Adrian will mit Hilfe des Kindes die Fundstelle des Fingers finden. Der kleine Tommie ist von Anfang an von Adrian Monk fasziniert, und sein Lieblingswort ist schnell: Monk. Und Adrian hat den kleinen Mann schnell ins Herz geschlossen, was er sich selbst gegenüber aber erst nach einiger Zeit zugeben kann. Tommie ist es auch, der Adrian jenen Hinweis vermittelt, der zur Lösung des Falls rund um die Entführung eines Geigers führt. Adrian hat sich ein paar Tage freiwillig um den Jungen gekümmert, dem zeitweilig eine Betreuung fehlte. Monk, der selbst fast rund um die Uhr Betreuung braucht, weil er kaum mit sich selbst zurechtkommt, kann für das Kind dauerhaft keine Verantwortung übernehmen. Das ist ihm bewusst, und macht ihn sehr traurig. Er muß Abschied von seinem kleinen Freund nehmen. Es sind Vatergefühle, die ihn übermannen, als Tommie ihn immer wieder abschmatzt. Diese Szene verdeutlicht auf unnachahmliche Weise, wie zerrissen Adrian in seinem Inneren sein muß. Er würde sich so gerne um den Jungen kümmern, aber er kann nicht, da er dauerhaft daran eklatant scheitern würde. Wobei Dr. Kroger sicher nicht lügt, als er die Frage von Adrian, es gäbe doch sicher schlechtere Väter als ihn, wenn er denn einer wäre, bejaht. Adrian Monk hätte als Vater viel zu geben. Das ihn diese Rolle aber langfristig schwer überfordern würde, bricht ihm das Herz.
Die dritte Staffel hat sehr viel Neues zu bieten, was die Charakterzeichnung von Adrian Monk betrifft. Ich schätze sie insgesamt genauso wertvoll ein wie die ersten beiden Staffeln. Was hier hinzukommt ist das im Vergleich zu Staffel 2 weitaus bessere Bonusmaterial. Traylor Howard kommt ebenso wie Tony Shalhoub zu Wort. Und nicht nur Mister Shalhoub muß zugestehen, sich mit der Rolle zusehends identifiziert zu haben. Einfach so nach einem Drehtag die Tür hinter sich zuzumachen, und das wars dann, ist ihm unmöglich. Wenn wir Zuschauer sehen, wie viel Potenzial Tony Shalhoub in die Rolle von Adrian Monk einbringt, sind seine Aussagen absolut verständlich. Er ist und bleibt die Paradebesetzung für diese Rolle. Wie im übrigen die Zusammenstellung des Teams insgesamt ungebrochen als fantastisch zu befürworten ist.