Die Frauenärztin Monika Hauser gründete medica mondiale, eine Hilfsorganisation für Frauen, die Opfer von Kriegsgewalt wurden. Dies mag einfach klingen. Doch dahinter steckt eine Menge an Strapazen, Geduld und Nerven, die man nie vermutet hätte. Die Autorin Chantal Louis schildert anschaulich, wie Hauser allein mit unbeugsamem Willen und bewundernswertem Mut, zunächst aber ohne Geld oder sonstige Ressourcen das Projekt in Bosnien begann, dann im Kosovo, Afghanistan und vielen weiteren Krisengebieten weiterführte. Unverblümt wird beschrieben, welches Grauen Monika Hauser bekämpfen und welcher Gleichgültigkeit sie immer wieder gegenübertreten muss. Gewalt, Vergewaltigung und Prostitution werden in ihrer Realität dargestellt und ihre Bedeutung klargemacht. Neben dieser augenöffnenden Darstellung findet jedoch auch Zuversicht ihren verdienten Platz: Monika Hauser schafft es, die traumatisierten Frauen zu unterstützen, ihnen Hoffnung zu geben und Mut zu machen '- sie zu überzeugen, ihr Leben selbst bestimmen zu wollen.
Chantal Louis ist es gelungen, ein brisantes und wichtiges Thema in all seinen Facetten und mit all seinen Problemen auf eine spannende und berührende Weise zu vermitteln, ohne dabei auf die Tränendrüse zu drücken.
Ein lesenswertes Buch!