Über mongolische Musik gibt es kaum umfassende Werke. Das letzte grosse ist das von Henning Haslund-Christensen 1942. So gibt es kaum Vergleiche. Carole Pegg (die frühere Ikone der Folkband Mr. Fox) geht detailliert und liebevoll auf alle möglichen Bereiche der mongolischen Musik ein: Wir finden die traditionelle Pferdekopfgeige ebenso vertreten wie die Popsängerinnen Saraa und Ariunaa, lamaistische wie schamanistische Rituale. Dazu endlich eine Arbeit, die auf regionale Unterschiede eingeht.
Gegliedert ist das Buch etwas anstrengend in "Ethnicity, History, and Place", "Embodying Spiritual Landscapes", "Sociality, Time, and Space", und "Transforming Political Identities", was auf die anthropologische Schiene hinweist. Die CD dazu ist ist hörenswert und bietet einen fast umfassenden Überblick über die heutige mongolische Musik (allein die CD rechtfertigt den Kauf des Buches, da sie Folklore und Schönfärberei aussen vorlässt). Bisschen schade, dass die Beispiele gekürzt sind. Das Buch ist ein wissenschaftliches Standardwerk einer der wenigen westlichen SpezialistInnen der mongolischen Musik (neben Peter K. Marsh, Alain Desjacques, Andrea Nixon und o.g. Haslund-Christensen), das mir unbedingt empfehlenswert scheint, für MusikethnologInnen wie für Liebhaber!