Taipeh, Mitte der 80er Jahre: Der siebzehnjährige Mosquito besucht - erneut! - eine neue Schule. Als er von einer Gruppe einiger Mitschüler drangsaliert wird, setzt er sich zur Wehr. Dabei wird er von der Gruppierung um den Nachwuchskriminellen Dragon beobachtet; er kann ihre Sympathie und Anerkennung gewinnen und wird bei ihnen aufgenommen. Aber es bleibt nicht bei einfachen Straßenschlachten, denn die Verbindung zu ernsteren Kreisen des Verbrechens ist bereits gegeben und somit zum Greifen nah. Dazu dringt auf einmal die Mafia der Festlandchinesen nach Monga ein und erhebt Anspruch. Eine Welle der Gewalt überrollt die Jungen - was bleibt von Verbrüderten, wenn die Umgebung unwirtlich wird für Freundschaft?
Am Anfang braucht man ein paar Minuten, um in den Film zu finden. Doch dann weißt er - trotz teilweise ganz furchtbarer Frisuren - schon bald zu überzeugen. Die Charaktere sind größtenteils interessant oder zumindest tragend; die Story ist abwechslungsreich und versteht es zu fesseln. »Monga« ist, mit einigen Ausnahmen, stark bebildert und voller ebenso starker Szenen. Ob nun die kleinen Gassen Taipehs, die sehr hübsch anzusehen sind, oder zwischenmenschliche Szenen - vieles wird geschickt in Szene gesetzt. Besonders die kleine, nahezu nebensächliche Liebesgeschichte ist gelungen. So spielt sie nur vereinzelt eine Rolle, kommt dabei ohne große Inszenierung aus, meidet fast durchgängig Kitsch, doch berührt.
Die Kampfszenen sind sicherlich nicht die besten, die man so zu sehen bekommt, aber doch anständig.
Zwischendurch wird es etwas blutig, aber eher dezent, niemals übermäßig. Dann und wann ist »Monga« beinahe schon poetisch (bspw. die Kopfhörer-Szene). Dazu kommt ein gelungener Anteil Straßen-Pathos, der an keiner Stelle aufgesetzt und zu gewollt wirkt; untermalt wird alles von einer stimmigen Musik, mal im rockigen Bereich, mal minimal und instrumental.
Wer sich für Filme des Straßen- und/oder Mafiasektors interessiert und asiatischen Filmen nicht abgeneigt ist, wird an »Monga« wahrscheinlich seine Freude haben.
Die deutsche Synchro kann ich nicht empfehlen. Diese ist zwar nicht schlechter als andere Synchros zu asiatischen Filmen, aber dennoch passt sie einfach nicht. Same old story. Also am besten OmU schauen.