Eine Doku für Weinfreunde und Geniesser. Ein Film, der so wirkt, als wäre er aus der Hüfte geschossen. Er erzeugt eben durch diese subjektive Handkameraführung eine sehr starke Nähe und Direktheit. Man hat das Gefühl, man steht dicht hinter dem Kameramann und darf heimlich mithören (und sehen). So wird man praktisch mit auf die Reise genommen, die voller Überraschungen ist. Man lernt in diesem Film sehr viele interessante Menschen kennen, die auf irgendeine Art und Weise von Wein und mit dem Wein leben. Das Spektrum reicht von Traditionalisten, denen Terroir, Kultur, Reinheit und Authentizität des Produktes wichtig sind, bis hin zun den modernen Playern im Weinbusiness, die mit "modernen" Produktionsmethoden an der "Qualität" solange schrauben, bis man die Natur praktisch komplett ausgetrixt hat. Die Montage des Films ist so gestaltet, dass praktisch ständig die unterschiedlichen Philosophien einander gegenüberstehen. Unkommentiert. Man sieht sich das an und staunt. Über so viel Herzblut, Verzweiflung, Schrulligkeit aber auch Naivität auf der einen Seite, und Arroganz, Lust nach Business, Macht und Globalisierung, manchmal sogar Rassismus auf der anderen Seite. Zwischendurch habe ich mir gewünscht, die Damen und Herren Protagonisten könnten sich mal an einen Tischen zusammensetzen und so offen und direkt miteinander das Thema ausfechten, ohne Taktik, ganz ehrlich - Visir nach oben und los. Da stünde ich wieder gerne hinter der Kamera von Nossiter und würde heimlich zuhören und -sehen. Vielleicht gibt es bald Mondovino II ?
Eine der besten Dokus, die ich je gesehen habe.