Nun ja, dieses Buch wird auf jeden Fall nie zu meinen Favoriten gehören. Die Geschichte ist zwar durchaus lesenswert und man möchte auch erfahren, was nun mit Layla geschieht, allerdings hat das Buch so seine Macken.
So bleiben alle Charaktere außer Layla etwas farblos. Die Charakterzüge sind meiner Meinung nach etwas zu flach geschildert und man bekommt keinen guten Eindruck von den Charakteren. Zwar werden Charaktere wie al Zaghal durch zahlreiche Adjektive beschrieben, aber mir fehle im Endeffekt doch etwas die Konsequenz.
Ein anderes Manko des Buches ist die ständig wechselnde Erzählgeschwindigkeit. Durch manche Szenen wird der Leser quasi durchgejagt und andere erschöpfen sich in langatmigen und teilweise etwas kitschigen Beschreibungen.
Weiterhin habe ich bis jetzt nicht so ganz verstanden, wieso der Geist in diese Geschichte eingebaut wurde. Natürlich ist es leichter einen Geist Rache nehmen zu lassen für den Mord an Tariq und nicht ein kleines Mädchen, aber mir scheint dieses Element eine Notlösung zu sein. Auch das Ende von Laylas Geschichte wirkt auf mich etwas lieblos hingeklatscht und ergibt sich nicht gerade aus dem Rest des Buches. Im Gegenteil das Ende scheint mir schon fast unlogisch zu sein.
Allerdings gibt es auch einige sehr positive Dinge an diesem Roman. So bekommt man einen sehr guten Eindruck über das politische Geschehen im Jahre 1492 in Spanien. Die politischen, sowie historischen Hintergründe sind einfach geschildert und auch nachvollziehbar.
Auch bleibt die Autorin während des ganzen Buches auf einer Sprachebene und hält sich nicht damit auf, wie manch anderer Autor, ein ganzes Fremdwörterlexikon in dem Buch unterzubringen. Sie schreibt flüssig und verständlich, obwohl die Detaildichte innerhalb des Buches stark variiert.Alles in allem durchaus ein Buch für die Liebhaber historischer Romane.