"Monde" ist die Neuauflage eines Romanes der unter dem Titel "In der Schwebe" schon 1994 bei Heyne erschienen ist. Veröffentlicht wurde er von Simmons im Jahr 1989. Es ist also eines seiner frühen Werke. Und es fällt vollkommen aus dem Rahmen seiner anderen Bücher. Es handelt sich hierbei um einen einfachen Roman, jenseits von Horror und Science Fiction.
Die fiktive Geschichte erzählt aus dem Leben des Apollo Astronauten Richard Baedecker, der einen der größten Träume der modernen Raumfahrt miterlebt und an einer Mondmission teilgenommen hat. Baedecker ist inzwischen ein älterer Mann und sein Ruhm ist verblasst. Er beschließt seinen Job zu kündigen und begibt sich auf die Suche nach den wichtigen Fragen des Lebens. Diese Sinnsuche findet im alltäglichen Leben statt, in den Beziehungen zwischen Kollegen, Freunden und zu seinem Sohn Scott, der Erleuchtung bei einem indischen Guru sucht.
Im Gegensatz zu seinem Kollegen Tom Gaver, der ebenfalls zur Besatzung der Mission gehörte ist Baedecker nicht zum Christen konvertiert, der versucht sein Heil in der Religion zu finden. Auch eine Karriere bei der NASA interessiert ihn nicht besonders. Er begibt sich auf eine Art Pilgerfahrt, die ihn nach Indien, Colorado, Oregon und schließlich nach Dakota führt, wo seine Reise endet.
Dabei folgt Baedecker keinem bestimmten Plan, sondern lässt das Leben selbst darüber entscheiden welche Schritte er gehen soll. Obwohl Beadecker eher ein Mann der Vernunft und der Wissenschaft ist, entdeckt er neue Seiten an sich, die er vorher nicht gekannt hat. So will es der Zufall, dass er plötzlich mit einem Flugdrachen auf einem 3000 Meter hohen Gipfel in den Rocky Mountains steht, dass er mit einem Hubschrauber den erkrankten Scott aus den Händen eines Gurus befreit und eine Beziehung mit "Maggie" einer Freundin seines Sohnes beginnt, die seine Tochter sein könnte. Es ist auch Maggie die ihm von Kraftplätzen erzählt, die den Menschen neue Wege aufzeigen können und ihn mit neuen Möglichkeiten konfrontiert, das Universum zu betrachten.
Es ist ein weises Buch, das zu der Erkenntnis führt, dass wir nur einen winzigen Bruchteil von dem wissen was unser Leben ausmacht und es sich für jeden Menschen lohnt seine Zeit dafür zu nutzen um herauszufinden was sich jenseits seines Horizontes befindet. "In der Schwebe" ist ein ausgezeichneter Titel für dieses Buch, der die Handlung genau trifft und einen Zustand beschreibt, wo der Mensch beginnt die Dinge neu zu ordnen in dem er ihnen einen anderen Sinn gibt. So gelangt Baedecker am Ende dieses Romans schließlich zur richtigen Zeit zum richtigen Ort, einem heiligen Berg in Dakota, wo ihn ein kleines Stück Wissen erwartet.