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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Musik wie rieselnder Schnee,
Rezension bezieht sich auf: Monday's Ghost (Audio CD)
Eine fragile Stimme, eine große Persönlichkeit begrüßt einen mit "Shape" zu den Klängen einer akustischen Gitarre. Solche Starter mag ich. Auch wenn ich Sophie um ihre Frische und gleichzeitige Altersklugheit teilweise sehr beneide. Die Texte laufen, die Melodie fließen und wer glaubt, nach den ersten Minuten kommt nichts Überaschendes mehr, wird gleich zu Beginn - wie gesagt - mit "Shape" eines Besseren belehrt. "The boat is full" wirkt dagegen ein wenig blutarm. Ich mag Frau Hunger lieber in der puren und etwas ruhigen Version. Da kommt mir "A Protest Song" gerade recht, mit seinem sehnsüchtig-schmachtenden "Hello Valentine..." im Refrain. Wie sie hier ein jedes Wort zur Gitarre singt ist eine wahre Wonne. Ja, es wird nur noch übertrumpft durch das komplett auf Deutsch gesungene "Walzer für Niemand", dass mich von der ersten bis zur letzten Nano-Sekunde begeistert. Der Text und die zarte Darbietung, begleitet von Klavier, Glockenspiel und einer distanzierten Posaune lassen die zweieinhalb Minuten viel zu schnell vergehen. "Birth-day" packt einen wieder bei der Hand und reist einen ein Stück in eine andere Richtung und begeistert mit Gitarre und Mundharmonika gleichermaßen und erinnert in der Darbietung an die ganz alten Hasinnen Carole King und Joan Baez. Bei "Sophie Hunger Blues" hat man das Gefühl, Sophie sitzt mit ihrer Gitarre direkt neben einem, ist glänzend aufgelegt und haut in die Seiten. "Round and round" lässt einen kreiseln, wie der Namen vermuten ließ, bis einem angenehm schwindelig ist. Eine perfekt Überleitung zum "Partylied" auf "Monday's Ghost", dem Stück "The Tourist", dass textlich keine Wünsche übrig lässt und mit seinem Sirenen-Gesang im Refrain durchaus in Erinnerung bleibt, aber - eben weil es wieder ein eher schnelleres Lied ist - nicht zu meinen Lieblingsliedern gehört und für mich das Gesamtbild der CD etwas stört. Dann doch lieber "Teenage spirit", dass mit treibenden Percuission und bedrohlichem Donnergrollen beginnt und sich gut in die Alternative-Indie-Riege von Florence + The Machines, Emiliana Torrini und Co. einreiht. Und dann rieseln sie wieder, die Schneeflocken. Genau mit dem Lied "Rise and fall" beginnt der Schneepegel wieder zur steigen. Überaschende Instrumentierung auf "Drainpipes" mit Klavier, Querflöte und wenn man dann glaubt, es kommt nichts mehr, fangen die Bläser an zu sägen und Sophie an dramatisch zu singen, wie bei einem Stück Schweizer Oper. Diese Schiene wird weiter bedient auf dem Titellied "Monday's ghost", dass mit einer Art Menuett startet, während Sophie singend eine Moritat erzählt und ein Sophiechor im Hintergrund brummt. Ein Meisterwerk an Lied, denn wer glaubt, an der Stelle gibt es musikalisch nichts mehr zu entdecken, der hat den englisch-schwitzerdütschen, atemlos-lassenden Mittelteil überhört. Zum Verschnaufen gibt es wieder einen bezaubernden Ballade-Anfang mit "House of Gods", dass jazzig mit Gitarre, Klavier, Upright-Bass, Schlagzeug und Posaune (großartiges Solo) begleitet und mit einer "hitverdächtigen" Melodie aufwartet. Aber auch hier gibt es ein Grande Finale.Was Sophie hier abgeliefert hat, begeistert nicht nur die Schweizer (Platz 1 in den dortigen Charts), sondern auch hier viele eingeweihte Insider-Musikliebhaber. Das unkonventionelle, sehr erwachsene und persönlichkeitsstarke Debut "Monday's Ghost" hat mich begeistert...von der ersten bis zur letzten Sekunde. Anspieltipps: "Walzer für Niemand" "Shape" "Round and round" Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Wanderung durch dunkle Täler und grandiose Panoramen,
Von bluenote (Zürich) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Monday's Ghost (Audio CD)
Die renommierte Zeitschrift "Jazzthing" bezeichnete Sophie Hunger als "Europas vielleicht vielversprechendstes multi-linguales Songwriter-Talent". Eine ziemliche Untertreibung.Die erst 26-jährige Sophie Hunger reisst einen mit, entführt einen auf eine Reise voller Emotionen - Melancholie, Nachdenklichkeit, Ironie, Erregung bis hin zum Gefühl einer gloriosen Erhabenheit. Sie und ihre genauso hervorragend aufspielenden Mitmusiker schaffen eine in letzter Zeit selten gehörte Dynamik, die auf demselben Track von den leisesten zu den furiosesten Tönen finden kann (etwa auf Tracks wie Drainpipes, Rise and Fall oder Monday's Ghost). Sie erinnert irgendwie an Bjoerk, allerdings ohne deren schräge Töne, an Jewel, ohne deren dümmliche Texte und kitschigen Melodien, ein bisschen an Französische Chansons, sogar an den von ihr selbst zitierten Bob Dylan. Sie und ihre Band verweben Klavier, (E)Gitarren, Posaune, Schlagzeug, vereinzelt Mundharmonika und Glockenspiel mit Hunger's gleichzeitig angerauhter wie zuckersüsser Stimme zu einem einzigartigen Sound. Das ist bereits jetzt Musik von Weltklasse. Sehr hörenswert sind übrigens schon ihre Erstlingswerke "Sketches on Sea" und "Fisher" (damals noch in anderer Kombination). Danke Sophie. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
19 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Unbedingt Live!,
Von
Rezension bezieht sich auf: Monday's Ghost (Audio CD)
Das also ist die erste Studio-CD von Emilie Jeanne-Sophie Welti Hunger, die sich als Künstlerin Sophie Hunger nennt. Die erste CD-Veröffentlichung unter diesem Namen, "Sketches On Sea", hat sie noch im Wohnzimmer aufgenommen und selbst vertrieben, mit erstaunlichem Erfolg übrigens. Wie doch einiges erstaunlich ist an dieser außergewöhnlichen jungen Frau: sie ist ein absoluter Glücksfall für die heutige Musikszene. Sie wechselt zwischen den Stilen, ohne sich damit zu brüsten, auf dieser PLatte hört man Folksongs, Rock, Jazz nebeneinander, alles ist authentisch und echt, so etwas wie "Solos" gibt es nicht (Ausnahme: "Drainpipes", wo Michael Flury (tb) ahnen läßt, was er sonst noch drauf hat). Überhaupt ist alles äußerst sparsam eingesetzt, in manchen Songs begleitet sich Sophie nur selbst an der Gitarre oder am Klavier, und die Band setzt, wenn überhaupt, später ein, und dann nicht komplett. Diese Reduktion ist wohltuend und dramturgisch gut gemacht - und natürlich entspricht sie dem Wesen des jeweiligen Songs. Das Wichtigste aber ist - ihre Stimme, und fast noch mehr, wie sie sie einsetzt. Manchmal taumelt sie scheinbar durch den Rhythmus und dehnt das Timing bis zum Äußersten - und erreicht damit eine Ausdruckskraft, der man sich nicht entziehen kann. Dann gibt es wieder stimmliche Ausbrüche wie in "The Tourist" oder wiederum "Drainpipes", die gewaltig unter die Haut gehen. Sie ist immer vollkommen sicher in der Gestaltung ihrer Linien, und diese Linien sind immer ausgezeichnet gebaut, auf wundersam widersprüchlichen und bildhaften, blitzgescheiten Texten. Schade nur, daß der auf dem Schweizer Release vorkommende Song "Spiegelbild" (im Duett mit dem Schweizer Liedermacher Stephan Eicher) auf der Deutschen (und Österreichischen) Ausgabe fehlt - man wollte uns offenbar das Schweizerdeutsch des Songs nicht zumuten. Und was dieser Platte naturgemäß fehlt, ist die Live-Atmosphäre, die entschieden zur Faszination dieser Musikerin gehört: Die Mischung aus Zerbrechlichkeit und Kraft, aus Unsicherheit und Überzeugung ist ein ganz eigenartig berührendes und bewegendes Erlebnis. Auf ihrer ersten, selbstgemachten CD singt sie in dem Lied "Die Fahrende" des Schweizer Liedermachers Walter Lietha "...und au i will endlos fahre und eu Wunder offebare...". Auf diesen Weg hat sie sich offenbar begeben, wozu man uns beglückwünschen und ihr alles Gute wünschen muß.
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