Bisher habe ich um diese mystischen Hexen-Feen-Vampirgeschichten immer einen großen Bogen geacht. Aber gestern Nachmittag litt ich unter extremem Leseentzug. Alle Bücher ausgeschmökert, zum Glotzegucken keine Lust, also habe ich in Madames Bücherschrank gestöbert und aus reiner Neugierde mal in "Mond der Unsterblichkeit" gestöbert. Schon nach den ersten Zeilen war an ein Weglegen nicht mehr zu denken. Ich habe den Roman in einem Rutsch durchgelesen. Irgendwann heute Nacht konnte ich ihn dann aus der Hand legen mit dem befriedigenden Gefühl, einen wirklich spannenden Roman gelesen zu haben. Und einige meiner Vorurteile bin ich auch losgeworden. Elke Meyers Stil hat mich eines Besseren belehrt: Es gibt auch heute noch gute Vampir-Mystik-Hexenromane! Vorausgesetzt, die Autoren und Autorinnen verstehen etwas von ihrem Handwerk. Elke Meyer gehört für mich zu den Könnerinnen. Ihre Sprache ist bildhaft, die Landschaftsbeschreibungen wunderbar düster-romantisch, die Charaktere zwiespältig. Niemand ist glattgebügelt, alle haben gewisse Ecken und Kanten und man weiß bis zuletzt nicht genau, wem man trauen kann. Ich bin jetzt auf den zweiten Band gespannt und bis es soweit ist, werde ich erst mal die anderen E.Meyer-Romane lesen, die bei meiner Madame im Bücherschrank stehen.