Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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19 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Am Ziel vorbeigeflogen, 2. Dezember 2008
Den Vor-Rezensenten kann ich mich nicht anschließen. Mir ist aufgefallen, dass das Buch in vielen Punkten unsauber recherchiert ist und die Verfasserin offenbar niemals zuvor Kontakt mit der Materie der Apollo-Mondflüge gehabt hat. Das ist insofern verwunderlich als dass es zu keinem technischen Projekt der Menscheitsgeschichte so umfassende und offen zugängliche Archive gibt wie zu Apollo. Dennoch ist das Buch geradezu gespickt mit technischen Fehlern, sowie technischem Unverständnis - und Stilblüten.
Hier einmal eine beispielhafte Liste mit Fehlern im Apollo-Kapitel, also im Abschnitt über die Mondlandungen
Neil Armstrong sagte, als er den Mond betrat, nicht "Dies ist ein kleiner Schritt für einen Menschen aber ein großer für die Menschheit", sondern ".... aber ein gewaltiger Satz (giant leap!) für die Menschheit". Das mag jetzt Manchem wie "Erbsenzählen" vorkommen, aber wenn man schon in einem Buch über die Mondlandung einen der berühmtesten Sätze der Menschheitsgeschichte zitiert, dann dann kann man das auch richtig machen. Schließlich kann man den Satz aus tausend Internetquellen kopieren oder aus 100 Büchern abschreiben! In dieser Qualität aber geht es durch das das ganze Kapitel:
"Eigentlich sollte der gebremste Abstieg der Fähre vom Bordcomputer automatisch gesteuert werden".....(...) plötzlich jedoch gab es Alarm... das bedeutete, dass der Rechner (...) ausgefallen war". Hier stimmt überhaupt nichts: Erstens fiel der Computer zu KEINER Zeit des Anflugs aus (sondern meldete lediglich ein paar mal, dass er am Rande seiner Kapazität arbeitet), zweitens wurde der Anflug zu jeder der insgesamt 6 Mondlandungen - und auch bei Apolllo 11 - vollautomatisch durch den Computer durchgeführt. Lediglich ein paar Meter über dem Boden, also kurz vor der eigentlichen Landung, schaltete der Kommandant den Autopiloten in einen anderen Modus (der aber immer noch halbautomatisch war) und landete dann mit Hilfe des Autopiloten. Eine manuelle Steuerung der Mondfähre zur Landung war nicht möglich, auch wenn das immer wieder so geschrieben wird. Tatsache: Neil Armstrong landete die Mondfähre im halbautomatischen Autopilotenmodus "Attitude Hold".
Zum Alarm des Bordcomputers von Apollo 11: "In der engen Kabine...(...).... brach ein heilloses Chaos aus. Schriller Daueralarm ertönte".
Das ist nun wirklich komplett frei erfunden und ohne Bezug zur Realität: Es gab nämlich keinerlei akustische Warnungen in der Mondfähre, lediglich auf einem kleinen Display ("DSKY") blinkte unscheinbar "1202" auf, der entsprechende Code des Computers, der eine Überlastung anzeigte. Zu keinem Zeitpunkt brach auch nur das GERINGSTE Chaos im Cockpit aus. Im Internet bei der NASA kann man sich den Funkverkehr von A 11 anhören: Cool fragen die Astronauten nach, was "1202" bedeutet, mit nur einem Hauch leichter Aufreguzng oder Spannung in der Stimme. Und setzen den Anflug fort. Auch hier ist wieder die Rede davon, dass der "Rechner in der letzten Anflugphase ausfiel". Auch das ist frei erfunden.
Zu Apollo 13: "gelang es Lovell schließlich, aus dem Fenster auf den kaputten Tank zu schauen". Richtig ist: Es ist aus der Kommandokapsel nicht möglich, auf das genau hinter der Kapsel liegende "Service Module" mit den Tanks zu schauen (etwa genau so unmöglich, wie man aus dem Fahrersitz eines Autos das hintere Kennzeichen ablesen kann).
Ein weiterer Satz, der zeigt, dass die Autorin die Materie nicht verstanden hat, beendet das Kapitel darüber "wie die Flüge zum Mond die Astronauten verändert hat". Wörtlich schreibt die Autorin: "... fällt auf, dass jeweils die Kommandanten der Missionen ihr Leben auch nach ihrem Ausflug zum Mond recht gut im Griff hatten, während die jeweiligen Piloten der Landefähre alle möglichen Überraschungen und unerwarteten Wendungen erfuhren. Es scheint fast so, als ob es einen Einfluß (...) gehabt hätte, ob sie (...) den rechten Sitz - den des Piloten - oder den linken - den des Kommandanten - eingenommen hatten..." Weiter fabuliert die Expertin darüber, dass "Piloten hellwach sein müssen, im Gegensatz zu dem jenigen, der nur mitfliegt und "... und darüber, dass man (...) dass man "auf dem linken Sitz der Mondfähre auch offener war für spirituell Eindrücke". "Das galt für Ed Mitchell ..(...) ebenso wie für Buzz Aldrin und (...) Alan Bean", schreibt Röthlein.
Im nächsten Satz bringt sie dann alles vollständig durcheinander: "Die Männer auf dem rechten Sitz versuchten, (...) möglichst keine Emotionen zuzugeben...das gilt für Neil Armstrong ebenso wie für David Scott, John Young und Eugene Cernan".
Auflösung dieses Chaos: Der Kommandant stand immer LINKS in der Mondfähre, Armstrong war der Kommandant und er stand links in der Mondfähre und steuerte sie. Aldrin, Mitchell und Bean waren allesamt "Piloten" und standen alle RECHTS in der Mondfähre. Der Kommandant links und nicht der "Lunar Module Pilot" landete das Schiff. Der "Pilot" war mehr ein Systemingenieur, der aber NIE aktiv steuerte. Das mag verwirrend sein, aber wenn man ein Buch über so ein Thema schreibt muss man es verstanden haben. Es gab KEINE Sitze in der Mondfähre Fazit zu diesem Absatz: Nichts verstanden, daraus die falschen Schlüsse gezogen und das Ganze mit ein wenig Küchenpsychologe verbrämt.
Den witzigsten (?) Faux-pas kann ich Ihnen auch nicht ersparen. Zu Apollo13 schreibt die Autorin "die Astronauten hätten (nachdem es Ihnen zunächst nicht gelang den Tunnel zwischen den beiden Raumschiffen zu schließen) die "Schleusenklappe mit einer Matraze festgeklemmt". Das ist nun wirklich atemberaubender Käse. Weder gibt es an Bord von Raumschiffen "Matrazen", noch stimmt irgend etwas anderes an dieser Formulierung. In dem Missionsbericht von Apollo 13 (und hier hat die Autorin offenbar gelesen) steht, dass die Astronauten die Deckel der Luke zunächst unter einer ihrer Liegen verstaut hätten (wo eine Halterung für dieses Teil ist) - und aus diesen Liegen (im Original "Couches") hat Frau Röthlein dann "Matratzen" gemacht.
Nicht viel weniger peinlich ist das Foto, das den zweiten Astronauten von Apollo 11, Buzz Aldrin, beim Aussteigen auf dem Mond zeigt. Gemacht hat dieses Bild der eine Viertelstunde eher ausgestiegene Kommanadant Neil Armstrong. Bildunterschrift: "Neil Armstrong betritt als erster Mensch den Mond, 20. Juli 1969". Wer also hat das Bild gemacht? Vielleicht ein Russe, der schon da war:? :-)
Solche Fehler machen es mir unmöglich, dieses Buch ernst zu nehmen. Sie wären durch einfache Internetrechreche vermeidbar gewesen. Wie es dazu kommt, dass die Autorin beinahe 40 Jahre nach Apollo 11 mit einer so großem Unverstand an diese faszinierende Materie heran geht, ist ein Rätsel.
Weitere Beispiele für Unverstand:
Über die Mondfähre (die nur für den Flug im Vakuum konzipiert wurde: "Das Sechziger-Jahre-Design war eben nicht gerade stromlinienförmig". Als Physikerin sollte die Autorin wissen, dass "Stromlinienform" kein Kriterium für die Qualität eines Raumfahrzeuges ist, das nie eine Strömung erfahren wird und ausschließlich im Vakuum des Alls operiert.
Oder: ".....die technischen Gerätschaften, die man auf den Bildern und in den Filmen sieht, von oft geradezu lachhafter Einfachheit sind: Da sind die Füße der Landefähre mit Metallfolie umwickelt ...."
Die Realität ist eine ganz andere: Noch HEUTE sind Raumfahrtingenieure in aller Welt BEGEISTERT von den genialen technischen Detail-Lösungen der Mondfähre, die übrigens noch heute zu den komplexesten Maschinen gehört, die jemals gebaut wurden. Über eine Million Bauteile, jahrelange Bauzeit und höchste technische Innovation in jeder der nur für diesen Zweck (Menschen auf den Erdtrabanten zu bringen) entwickelten tausenden von Komponenten. Die "Metallfolie": MYLAR, ein Kunststoff, hauchdünn, mit Gold bedampft.
Die Autorin hat das Unternehmen Apollo in seiner technischen Komplexität meiner Meinung nach weder wirklich verstanden, noch gründlich recherchiert. Dazu kommt eine schlampige Recherche und Übersetzungsfehler bei technischen Begriffen und historischen Zitaten.
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26 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Faszinierendes und unterhaltsames über unseren guten alten Mond, 6. September 2008
Vieles wurde schon über Luna geschrieben - wissenschaftliches und reiner Unsinn! Für was nicht alles wird unser Erdtrabant verantwortlich gemacht, und für was alles ist er zuständig? Dass er Ebbe und Flut beeinflusst, das wissen wir alle; dass man bei Vollmond Holz schlagen bzw. sich die Haare schneiden lassen soll - der Glaube versetzt halt Berge. Menschen gießen ihre Grünpflanzen nach dem Mondrhythmus bzw. richten ihr ganzes Leben nach ihm aus! Was ist wirklich dran an den ganzen Theorien, Mythen und Aberglauben? Diplomphysikerin Brigitte Röthlein hat es sich in ihrem neuesten Werk zur Aufgabe gemacht, die neuesten Erkenntnisse zusammen zu tragen und bereitet diese spannend und unterhaltsam auf: So erfahren wir z.B. vom großen Mondschwindel des Jahres 1835, wie sich die Menschheit mit Fernrohren dem Mond näherte, wie es sich mit den Meteoriten-Einschlägen verhält und wie er überhaupt entstand. Desweiteren erfahren wir viel Wissenswertes über die Apollo-Missionen der NASA und über deren Verschwörungstheorien, lesen, wie die Mondlandungen die zwölf Astronauten, die bisher auf ihm landeten als Menschen veränderte und über realistische Pläne wieder zum Mond zu fliegen bzw. von phantastischen Vorhaben, diesen als Weltraum-Basis für weitergehende Weltraum-Missionen zu benutzen. Die letzten Kapitel schließlich sind den Gezeiten, Mondkalendern und Bauernregeln gewidmet sowie seinem Einfluss auf uns Menschen.
So erhalten wir einen spannenden, unterhaltsamen und kurzweiligen Überblick über wissenschaftliche und esoterische Erkenntnisse unseres Mondes. Selbst auf die unterschiedliche Wahrnehmung von Frauen und Männern hat Brigitte Röthlein antworten: wir Männer verbinden die Mond ja meistens mit technischem - Raumfahrt, Ebbe und Flut usw.; Frauen hingegen denken doch eher an seine übersinnlichen Kräfte, rätselhaften Einflüsse oder medizinischen Wirkungen.
Alles in allem ist dieses populär-wissenschaftliche Buch mit seinen durchgehend vierfarbigen Illustrationen und vielen Bilddokumenten über unseren Erdtrabanten rundherum gelungen und gut in einem Rutsch zu lesen. Und sollten sie mal müde werden, von dieser wirklich empfehlenswerten Lektüre - dann seien Sie einfach nur froh und glücklich darüber, dass er da oben am Firmament seine erdnahen Kreise zieht und in wolkenlosen Nächten auf uns Verträumte oder Verliebte herunter lächelt ...
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12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Beeindruckende Darstellung der Geschichte des Mondes, seiner Rezeption durch die Menschen und die aktuelle Forschung, 28. Juli 2008
Nach ihren beiden ebenfalls bei DTV erschienenen Einführungen in die Quantenphysik ("Schrödingers Katze. Einführung in die Quantenphysik" und "Die Quantenrevolution. Neue Nachrichten aus der Teilchenphysik") befasst sich die bekannte und erfolgreiche Wissenschaftsautorin Brigitte Röthlein in ihrem neuen Buch mit dem Mond.
Schon immer war der Mond das Objekt menschlicher Phantasie; sie haben ihn angebetet und ihm magische Kräfte zugeschrieben. Bis auf den heutigen Tag kann sich kaum jemand seinem Zauber entziehen. War es früher nur mit dem Fernrohr möglich, ihm Details zu entlocken, haben inzwischen 12 Menschen den Mond betreten und es wurden Milliarden ausgegeben, den Erdtrabanten zu erforschen. Zwar gibt es Millionen von Menschen, die nicht nur die Pflege ihrer Pflanzen , sondern auch zahlreiche andere Alltagsverrichtungen nach dem Rhythmus des Mondes ausrichten, aber sie wissen recht wenig von ihm.
Das vorliegende Buch will hier Abhilfe schaffen. Gut verständlich und mit zahlreichen vierfarbigen Abbildungen versehen, erzählt Brigitte Röthlein nicht nur die lange Geschichte seiner Erforschung, die Geschichte der verschiedenen Mondmissionen und der diversen Verschwörungstheorien , die sie insbesondere in den USA ausgelöst haben, sondern sie beschreibt sehr informativ die gegenwärtigen Forschungsvorhaben unterschiedlichster Länder im Zusammenhang mit dem Mond.
Aber auch eine Erläuterung des Mondeinflusses auf die Gezeiten , die verschiedenen Mond- und Bauernkalender und ihre Einbeziehung der Mondphasen in die biodynamische Landwirtschaft fehlen nicht in diesem beeindruckenden Zeugnis der populären, nichtsdestoweniger anspruchsvollen Wissenschaftsliteratur. Nicht nur Mondfreunden ist dieses Buch zu empfehlen, sondern allen Menschen, die sich mit dem Erdtrabanten näher befassen wollen und eine umfassende und spannend geschriebene Lektüre suchen.
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