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Mond über Omaha [Broschiert]

Jean Amila , Helm S. Germer
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)

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Kurzbeschreibung

22. August 2005
Zwanzig Jahre nach der Landung der Alliierten in der Normandie wacht Sergeant Reilly über die Gräber seiner Kameraden am Omaha Beach. Als einziger Überlebender seines Zuges sieht er sich in der Pflicht, ihnen die letzte Ehre zu erweisen. Ihre weißen Kreuze stehen in Reih und Glied, der grüne Rasen ist tadellos gepflegt und nichts scheint die Ruhe des Gedenkens stören zu wollen. Erst als der Einheimische Amédee Delouis stirbt, der die Gedenkstätte mit Dünger versorgt, stellt sich heraus, dass in den Gräbern nicht immer die liegen, deren Namen auf den Kreuzen verzeichnet sind... Jean Amila (1910 - 1995) ist nach dem bekannten Léo Malet der zweite französischsprachige Autor der legendären Série Noire. Gallimard präsentierte ihn nach seinem vielbeachteten Debüt 1942 zunächst unter dem amerikanisierten Pseudonym John Amila. Es folgte ein Spitzenkrimi nach dem anderen. Mond über Omaha zeigt ihn auf dem Höhepunkt seines literarischen Könnens.

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Produktinformation

  • Broschiert: 211 Seiten
  • Verlag: Conte; Auflage: 1 (22. August 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3936950334
  • ISBN-13: 978-3936950335
  • Größe und/oder Gewicht: 21,2 x 13,4 x 1,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.354.824 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

(…) Lesen wie Gott in Frankreich kann deshalb weiterhin nur, wer kleine Buchhandlungen besucht und da auch mal in die Ecken der kleinen, na ja, irgendwie linken Verlage guckt. Zum Beispiel der Conte Verlag aus Saarbrücken, der den Klassiker Jean Amila, einen Zeitgenossen von Leo Malet, wieder entdeckt hat. Eine ganze Reihe von Amila-Romanen soll bei Conte erscheinen; „Mond über Omaha“, ein listiger Antikriegskrimi, der zeigt, wie die Weltkriegstraumata Jahrzehnte später in aller Leben nachwirken, macht den Anfang. Ulrich Noller -- StadtRevue Köln Magazin 03/06

Amila (1910-1995), einer der Begründer des französischen Roman Noir, stellt dem großen Morden in diesem 1964 entstandenen Text bewusst ein paar scheinbar nichtige Verbrechen entgegen: eine lang zurückliegende Fahnenflucht, einen Fall erschlichener Identität, ein wenig Schieberei bei der Lieferung von Dünger. Aber im Krieg ist Fahnenflucht das am verbissensten verfolgte Vergehen, und so stellt sich die Frage, ob es auch im Frieden noch strafwürdig ist. Den Figuren Amilas bleibt keine Luft zur Reflektion, sie stecken noch Jahrzehnte nach dem Krieg fest in der Qual, den Zwängen, Ängsten und Schuldgefühlen von einst. Das offizielle und ritualisierte Gedenken, verkörpert von der amerikanischen Verwaltung des Friedhofs, trifft auf das private und traumatisierte Erinnern, das im ehemaligen Deserteur Gestalt gewinnt. Der eitert förmlich heraus aus seiner neuen Identität. „Mond über Omaha" betreibt Unruhestiftung, stört den Frieden, der aus dem Vergessen entsteht. Unter Erinnern versteht Amila aber nicht Heldengedenken, sondern das fortwährende Bewusstsein für den Schrecken jener Metzeleien, aus denen die Unterhaltungsindustrie ihre Heldenmärchen raffiniert. Thomas Klingenmaier -- Stuttgarter Zeitung, 4.11.2005

Dieser bereits 1964 erstmals erschienene Krimi der Série Noir hat bis heute weder sprachlich noch thematisch Staub angesetzt. Schonungslos macht er die äußeren und inneren Wunden zum Thema, die die katastrophal organisierte Landung der Alliierten 1944 bei den wenigen Überlebenden geschlagen hat und auch die damalige Gegenwart noch überschattet. Psychologisch gut konzipiert entwickelt sich eine fast alltägliche Geschichte, die durch den Wahnsinn des Krieges in einer Katastrophe mündet. -- Beate Mainka, ekz-Informationsdienst, November 2005

Dieser bereits 1964 erstmals erschienene Krimi der Série Noire hat bis heute weder sprachlich noch thematisch Staub angesetzt. Schonungslos macht er die äußeren und inneren Wunden zum Thema, die die katastrophal organisierte Landung der Alliierten 1944 bei den wenigen Überlebenden geschlagen hat und auch die damalige Gegenwart noch überschattet. Psychologisch gut konzipiert entwickelt sich eine fast alltägliche Geschichte, die durch den Wahnsinn des Krieges in einer Katastrophe mündet. Eine Wiederentdeckung! Beate Mainka -- ekz-Informationsdienst, November 2005

Eine mysteriöse Geschichte, ein überraschender Schluss: Liebhabern des französischen Thrillers à la Leo Mallet wird er gefallen; Freunde des novellesken Kammerspiels eines Tennessee Williams mögen den Roman sicher auch. -- Lilian-Astrid Geese, Neues Deutschland, 14.03.2006

Eine mysteriöse Geschichte, ein überraschender Schluß: Liebhabern des französischen Thrillers à la Leo Malet wird er gefallen; Freunde des novellesken Kammerspiels im Stil eines Tennessee Williams mögen den Roman sicher auch. (…) Ebenso spannend wie der Plot und seine überraschenden Wendungen sind die Nebenpisten, die Amila in diesem 1964 entstandenen „Frühwerk“ der antibourgeoisen Literatur der 1968er beschreitet. Mit spitzer Feder portraitiert er die starrköpfigen Normannen und ihren latenten Antiamerikanismus: Das Trauma, nicht ohne Hilfe aus Übersee in der Lage gewesen zu sein, sich von den Deutschen zu befreien, haben sie noch nicht überwunden. Besonders schön die Szene in der Strandbar, in der die einheimischen Gäste symbolkräftig „immer mit dem Rücken zum Meer sitzen“, über das die Retter einst kamen. (…) Ein kleiner Verlag ging das Risiko der späten Veröffentlichung in Deutschland ein. Das ist schön, denn nicht nur Krimifreunde werden dieses fiktionale Stück! Zeitgeschichte goutieren. Lilian-Astrid Geese -- Neues Deutschland, 14.03.2006

Jean Amila hat eine sehr bedächtige Konstruktion errichtet, in der sich schließlich auch das crimen finden lässt, um das es in diesem Fall geht. Aber dieses Mal ist es kein verstecktes Nazi-Gold, sind es keine alten Kriegsverbrechen, die es zu sühnen gibt, kein Spiel mit versteckten oder ausgelieferten Juden, wie es das Genre beinahe schon vorschreibt. Trotzdem sind auch hier geheime und verdeckte Identitäten zu lüften, Gefälligkeiten finden ihr Ende, und zwar wie immer wegen der Gier, die sich irgendwann einstellt, wenn Geld fließt. Amila zielt trotzdem auf etwas anderes, und das hebt seinen Kriminalroman von seiner Gattungsbezeichnung ab. Es dreht sich um Identitäten, verlorene und wieder zu findende, und was dafür zu tun ist. Dass die junge Frau des Sergeant Reilly am Ende sogar ihren Teil dazu beiträgt, dass zwar die Geschichte kein Happy End findet, aber ein stilles Ende doch, ist ein gnädiger Zug Amilas. Dass das als Kriminalroman firmiert, ist freilich ein anderes Kapitel, über das zu diskutieren nicht wirklich lohnt. Walter Delabar -- Literaturkritik.de Nr. 11, November 2005

Jean Amila thematisiert die Frage der Moral des Krieges. Darf eine Armee den sinnlosen Tod der eigenen Soldaten durch eigene Waffen in Kauf nehmen, wenn sie nur dann voran kommt? Darf man seine Truppe verlassen und desertieren, wenn man das bemerkt? Ist man den Menschen, der Familie, dem Land, das einen rettet auf ewig verpflichtet? Sehr geschickt und wahrlich eine Klassikers würdig, wie Jean Amila diese Fragen in Geschichte umsetzt. -- Ullrich Noller für WDR5, 01.02.2006

Wer dorthin gerät, wo Jean Amilas Roman „Mond über Omaha“ beginnt, ist schon gleich mitten drin in der Hölle: Schwere Brecher schlagen über den Landungsbooten zusammen, in denen durchnässte und verängstigte junge Männer hocken. Es ist D-Day, und die US-Boys sollen sich in wenigen Sekunden an dem von den Alliierten „Omaha Beach“ getauften Strandabschnitt der Normandieküste ins Mündungsfeuer der deutschen Artillerie werfen. Wir sehen die Ouvertüre eines Massenmords, wenn man so will, von dem Jahrzehnte später nur noch das riesige Gräberfeld eines Soldatenfriedhofs zeugen wird. Und der selbst dann noch eine dramatische Handlung auslöst, an deren Ende wieder eine Leiche am Omaha-Strand liegen wird. Dazwischen entfaltet Amila in seinem im Original („La lune d’Omaha“) bereits 1964 bei Gallimard erschienenen Buch eine Geschichte, die ebenso unspektakulär wie psychologisch stimmig und ergreifend ist. Antikriegsroman, Ehetragödie, Krimi: Wie auch immer man diesen kleinen Roman etikettieren möchte, eines ist er ganz bestimmt: unvergesslich. Ulrich Kroeger -- Nordseezeitung - Sonntagsjournal, 26.03.2006

Über den Autor

Jean Amila (1910 - 1995) war nach dem bekannten Léo Malet der zweite französischsprachige Autor der legendären Série Noire. Nach seinem vielbeachteten Debüt 1942 präsentierte ihn Gallimard dort 1950 zunächst unter dem amerikanisierten Pseudonym John Amila. Es folgte ein Spitzenkrimi nach dem anderen. Mond über Omaha zeigt ihn auf dem Höhepunkt seines Könnens.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Krimi der anderen Art 27. Oktober 2005
Format:Broschiert
Ich habe diesen Roman durch Zufall in die Hände bekommen.

Auf den ersten Seiten wusste ich nicht was das mit einem Krimi zu tun haben soll. Aber mit jeder weiteren Seite hat mich der Roman immer mehr gefesselt. Der Autor hat es verstanden nach und nach die Facetten seiner Figuren zu enthüllen und dies zu einem Gesamtbild zusammenzufügen.

Dieser Roman war sehr flüssig zu lesen und hat absolut Spass gemacht.

Kann man nur jedem an Herz legen !!! Buch kaufen und loslesen !!!

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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Broschiert
Sergeant Steve Reilly und George Hutchins, zwei Kriegsveteranen des 2. Weltkriegs, die in Frankreich hängenblieben, stehen im Mittelpunkt des Romans Mond über Omaha.
Man sollte sich nicht vom ersten Kapitel (Landung der US-Army am Strand von Omaha = Deckname für einen französischen Küstenabschnitt) abschrecken lassen; es ist ein schreckliches Kriegsgemetzel. Der Roman spielt ungefähr 20 Jahre später. Die Amerikaner sind immer noch vor Ort, wenn auch als Bewahrer eines Kriegerfriedhofs. Wie haben die verbliebenen Veteranen die Landung verarbeitet? Jean Amila hat ein paar Überraschungen, teils nach einem Muster des Autorenduos Pierre Boileau und Thomas Narcéjac, parat.
Es ist ein Krimi, gewiss, aber mehr. Es ist ein Nachkriegsroman. Er behandelt das merkwürdige Verhältnis zwischen den Einheimischen und den Besatzern der US-Enklave; damit auch das Aufeinandertreffen zweier Kulturen.
Stilistisch zählt Amila zum »schwarzen Krimi«. Mir scheint, ein Merkmal dieses Genres zu sein, dass der Autor seine Figuren nicht psychologisch tiefschürfend ausarbeitet und sie dann gemäss ihrem Charakter und dem Plot laufen zu lassen. Amila behält alle Fäden in der Hand und lässt an diesen seine Protagonisten tanzen, wie es ihm in den Sinn kommt. Da wird oft kurzerhand eine Entscheidung getroffen, die der Leser nicht erwartet. Gerade das macht den Reiz des Romans aus.
Insgesamt ein spannender Roman mit Krimicharakter. Nicht nur der Schluss überrascht.
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