Wer weitere Romane von Jacques Berndorf gelesen und gemocht hat, wird von diesem vermutlich nicht sonderlich angetan sein. Das hat nicht nur mit Esoterik, Geistheilerei und sonstigen undurchsichtigen Machenschaften zu tun, von denen, glaubt man dem Roman, die halbe Eifel zu leben scheint, sondern auch mit ziemlich wirren Handlungssträngen, die sich nur widerstrebend zusammenfügen.
Mag man Satanisten, die Exzesse feiern, Hexen, die unglücklichen Ehepaaren ordentlich Geld aus den Taschen leiern, Schamanen, die doch mehr an Geld als an Nächstenliebe interessiert sind, und entsprechende Trittbrettfahrer vielleicht noch malerisch finden, so nervt doch manch weiteres überflüssige Element, etwa die Nichte der Ehefrau von Baumeisters Freund Rodenstock, Jennifer, die mit Mitte dreißig und nach zwei gescheiterten Ehen noch ein kleines, verwöhntes, lebensunfähiges Mädchen ist und nun ausgerechnet im genannten Ambiente sich selbst finden muss.
Mit der Logik beziehungsweise Schlüssigkeit hapert es ebenfalls gelegentlich, ungewohnt für den Autor. Kann es zum Beispiel wirklich sein, dass zweimal am Tatort beziehungsweise Leichenfundort derselbe Polizeifotograf mit unzureichender Ausrüstung und fehlender Erfahrung eingesetzt wird, sodass Baumeister - und das rechtfertigt dann seinen Zutritt zum Tatort - sein 400er-Teleobjektiv und sein fotografisches Können zur Verfügung stellen muss? Das irritiert.
Auch ist beispielsweise schwer vorstellbar, wie ein einzelner Mann eine Leiche über eine Leiter in einen Baum hieven und dort festbinden soll.
Von der Stimmung, die man ansonsten in Berndorfs Krimis genießt, ist nicht viel zu spüren, und der sympathische Lokalkolorit geht völlig unter in dem Tohuwabohu der oben genannten Esoteriker, Mondanbeter, religiösen Fanatiker und sonstigen "Spinnerten", wie man in einer anderen deutschen Region sagen würde.
Die Auflösung erkennt man zum Glück nicht gleich auf den ersten Seiten. Aber so richtig überraschend kommt sie dann auch nicht. Das wäre nicht schlimm, wenn der Roman insgesamt spannender und schlüssiger gestaltet wäre. Am Ende bleibt der Eindruck eines trüben Durcheinanders von Handlungsfetzen und Charakteren.
Schade. Die Grundidee wirkt eigentlich ganz nett, man hätte etwas daraus machen können. Weniger wäre definitiv mehr gewesen. So richtig Spaß beim Lesen kann man wohl auch als Eifeler nicht entwickeln. Als Nicht-Eifeler gewinnt man, auch wenn man Humor hat, den Eindruck, die Eifel sei ein etwas seltsamer Spiritisten-Zoo, in dem auch schon mal ein bisschen gemordet wird. Wie gesagt, schade.