Die „grausamen Jahre" der Revolution müssen abgelaufen sein wie eine Folge von ‚Pleiten, Pech und Pannen'. Versuchte Attentate, missglückte Überfälle, versehentliche Verhaftungen, dilettantische Verhöre, und Autos, die nicht angesprungen sind. Man wundert sich, dass es am Ende dieser Kette von kleinen Ereignissen überhaupt einen eindeutigen Sieger gab. Wäre die Revolution ein Wahlkampf gewesen, hätten alle von einer hauchdünnen Mehrheit gesprochen - um Unterschied zu den Wahlergebnissen, die Castro heute einfährt: am 19. Januar: 99,01% für die Einheitsliste bei einer Wahlbeteiligung von 97% (wobei im Krankhaus Calixto Garcia die Pfleger schon morgens um sieben den Blinden die Hand geführt haben). Schon unter Batista war die soziale und polizeiliche Überwachung in Cuba so engmaschig, dass die Revolutionäre einiges aufbieten mussten, um sich überhaupt konspirativ zu treffen. Dabei ist mir eine Stelle besonders gut in Erinnerung, die nämlich zeigt, wie wichtig das genaue Detail ist - wichtig für ein glaubwürdiges Alibi, wichtig für das Schreiben eines anschaulichen Romans und wichtig für das Leben überhaupt: „Alle wurden in den darauffolgenden Tagen verhaftet, und nur jene wurden wieder entlassen, die ihre Festnahme vorausgesehen und sich ein Alibi verschafft hatten ... Quintela ... ließ sich ... einen Vorfall erzählen ...: Ein alter Schwarzer hatte versucht, sich das Leben zu nehmen, indem er sich in den Fluß stürzte. Man hatte ihn wieder herausgezogen. Quintelas Freund, der Gedächtnisübungen liebte, hatte die Nummer des Krankenwagens behalten, mit dem man den Alten wegbrachte. Quintela grub sie sich ins Gedächtnis. Ein paar Stunden später, als er vom SIM festgenommen wurde, erzählte er in allen Einzelheiten von dem Selbstmordversuch des alten Schwarzen und fügte hinzu: „Ich habe mir sogar die Nummer des Krankenwagens gemerkt." Diese genaue, leicht nachprüfbare Angabe machte auf den Teniente Eindruck, und man setzte Quintela auf freien Fuß."