Da ist sie also die neue CD der Prinzen. Dreizehn neue Lieder im vertrauten Prinzen-Stil. Wieder ein gelungener Mix aus Ruhe und Kühnheit, Schmunzeln und Nachdenken, Liebe und Politik, die kontrastreich und gleichsam harmonisch arrangiert wurden. Insgesamt aber weitaus tiefsinniger als gewohnt, dabei dürfen sie uns durchaus die provokantere Schiene wie im „Deutschland"-Album zumuten. Ohrwürmer wie „Chronische Pleite" oder „Monarchie in Germany" gehören genauso dazu wie swingender „Ersatz" (orchesterbegleitet !), schreiendes „Das Nervt" oder my favourite „Tiere sind zum Essen da". Trotz weiterentwickeltem Technikeinsatz bleiben sich die Prinzen treu - ihre Stimmen stehen im Vordergrund. Vielschichtig sind die Anleihen an aktuelle Musik, z.B. bei „Guten Morgen" oder „Backstagepass ins Himmelreich" zu interpretieren - sie zeigen nicht nur die musikalische Umsetzung ihres feinsinnigen Humors, sondern geben auch Aufschluss darüber wie gut die Prinzen ihr Handwerk verstehen. So überrascht nicht, dass sich die Prinzen weiter entwickelt haben, auch in personellen „Neuzugängen" wie Mathias Dietrich und
(schon etwas länger) Ali Zieme ablesbar, ohne dass man jedoch um die liebgewonnene Identität der Band fürchten müsste. Sie bleiben durch und durch kritisch (wenn auch etwas vorsichtig), dabei haben sie nicht den Blick für die Probleme der Menschen und des Landes verloren.
Vielen Dank für dieses Album.