Wer den Begriff "Krimi" hört, verbindet eigentlich direkt damit, alles was es so an Mord, Totschlag und sonstigen Verbrechen gibt. Krimis sind spannend, hintergründig, voller versteckter Andeutungen und durchaus ein Genre mit hohen Qualitätsansprüchen. Krimiautoren müssen die Handlung vorhersehen, das Tatmotiv verschleiern, unschuldige Verdächtige einbauen und dazu noch eine logische Erklärung gegen Ende des Romans bereithalten. Dazu gehört auch noch eine enorme Portion Fachwissen rund um Ermittlungstechniken und psychologisches Gespür.
Da könnte man doch glatt denken, dass 10 bis 14 Jährige damit doch ein wenig überfordert sind... Doch der Criminale-Schreibwettbewerb Jugendkrimi 2008" beweist das totale Gegenteil. Voller Humor, mit gut gesetzten Spannungsbögen und durchaus aktuellen Themen haben junge Nachwuchsschreiber hier gezeigt, wie die Zukunft des Krimis aussehen könnte.
Die Geschichten sind wirklich unterhaltsam und sprühen vor Individualismus. Die Jugendlichen spielen in Ihren Geschichten mit der eigenen Angst, kombinieren althergebrachte Handlungen mit modernen, teils übersinnlichen Charakteren und finden dabei noch ihren ganz eigenen, zeitweise ungewöhnlichen Sprach- und Schreibstil.
Selbstverständlich sind nicht alle Geschichten bis ins Kleinste logisch. Auch der eine oder andere inhaltliche Fehler mag sich hier eingeschlichen haben. Doch was man pauschal für alle Kurzkrimis sagen kann, ist, dass sie wohl durchdacht, wirklich fantasievoll und spannend geschrieben sind. Das Alter der Autoren bestimmt natürlich die Handlung. In diesen Geschichten werden andere Schwerpunkte gesetzt als bei erwachsenen Schriftstellern. Doch gerade das macht den Reiz aus und öffnet den Blick für moderne Ansichten.