Seid meiner Jugend begleiten mich die Platten von dem großartigen Elvis Costello, immer wieder mal ein wenig in den Hintergrund gerückt und für meinen Geschmack sich immer rechtzeitig zurückgemeldet. Das hier vorliegende Album ist eigentlich ein Zufallsprodukt, denn eigentlich hatte Costello ja nur auf einigen Songs des nächsten Soloalbums von Rilo-Kiley-Sängerin Jenny Lewis mitsingen wollen. Da aber schon die Musiker seiner Band im Studio waren, und die kreativen Funken nur so flogen, ergab sich kurzerhand die Gelegenheit, gleich auch eigene neue Songs mit den Imposters aufzunehmen. Verstärkt von Jenny Lewis und ihrem Boyfriend, dem Singer/Songwriter Jonathan Rice, Dave Sher von den Beachwood Sparks und David Hildago von Los Lobos. Costellos Zorn über die immer größer werdenden Probleme der Plattenindustrie, Musik überhaupt noch richtig vermarkten und verkaufen zu können, ist nur eine Seite der Medaille. Nicht weniger nagt der Frust an ihm, dass er im Gegensatz zum etwa zeitgleich gestarteten Paul Weller daheim in England in der Musikszene keine große Rolle mehr spielt und auch die Charts schon lange nicht mehr von innen gesehen hat. All das führte dazu, dass das außer Plan initiiert Album gespickt ist mit zwölf neuen Songs die von allerbester Costello-Qualität sind. Los geht es mit "No Hiding Place", einem Song der die Internet-Kultur attackiert. Dem folgen die Krimi-Saga "American Gangster Time" und der famose New-Wave-Rocker "Turpentine" der jetzt schon die Aufnahme in meinen Costello-Klassikern gefunden hat. Vom Anfang bis zum End ist die kreative Energie im Studio und die spontane Spielfreude der Musiker spürbar. Mit dem finalen, fulminanten Attractions-Rocker "Go Away" schließt sich der Kreis: Meister Costello sollte definitiv wieder öfter ohne großen Plan, ohne ausgetüfteltes Konzept ins Aufnahmestudio gehen.