Das Album hält eigentlich das, was in den Interviews schon angedeutet wurde: kurz gesagt die Rückbesinnung auf alte L'âme Immortelle Tugenden.
Die Limited Edition im Buchformat ist wirklich sehr nett anzusehen und es ist immer wieder schön durchzublättern und die Texte mit den interessanten Makroaufnahmen zu betrachten.
Das Album weist eine ziemlich hohe Balladendichte auf und elektronische Musik steht wieder im Vordergrund. Allerdings sind die Songs zum Großteil minimalistischer aufgebaut und es wird eher gezielt mit einzelnen Instrumenten und Effekten gespielt, als mit großen Effekt- oder Gitarrenwänden.
Eine gewisse Reife merkt man dem Album also schon an. Die Texte sind allesamt, typisch L'âme, sehr melancholisch und zerbrechlich geschrieben. Der erste Hörgang hat mich jedenfalls schon sehr zufrieden gestimmt.
Hier noch ein Überblick über die einzelnen Songs:
-L'étang Mälo: Das Intro mit düsteren Streichern und Ambientsynthies im Hintergrund und einem französischem Text, der gesprochen vorgetragen wird. Geschmackssache, ist jetzt nicht so mein Fall.
-No Goodbye: Das erste richtige Lied ist kein wilder, fetter Opener, sondern eine eingängliche, herzzerreißende Ballade mit einem wunderschönen und wehmütig stimmenden Text. Zeigt gleich, in welche Richtung das Album gehen wird und ist auch einer meiner Highlights vom Album.
-Absolution: Eine Elektro-Nummer im Midtempo-Bereich. Knackige Elektrobeats treffen auf akustisches Klavier und Streicher und werden von einem resignativen Text begleitet.
Beim ersten Hören etwas ungewohnt, da der Song im Vergleich zu alten Songs, in dieser Richtung, etwas nackt klang, weiß aber bei jedem zusätzlichen Hörgang mehr zu gefallen.
-Wie Tränen im Regen: Die nächste traurige Ballade von 'Momente'. Die Strophen schleppen sich anfangs noch etwas, der Refrain weiß dann schon besser mitzureißen. Gefällt mir jetzt beim 2. Hören auch besser.
-Empty: Der erste Song mit Gitarreneinsatz. Knapp vor der Mitte wird die Nummer schmutziger und rockiger und drückt ordentlich nach vorn. Dazu Sonjas klarer, hohe Gesang ' Richtig guter Song, auch einer meiner Favoriten.
-Demon be gone: Die nächste dreckigere, düsterere Nummer, mit einigen Facetten und mit die einzige, mit einem auflehnenden, aggressiven Charakter über die Dämonen, die einen begleiten und das Leben schwer bis unerträglich machen können. Hier gibt's auch mal wieder Thomas' typisch verzerrten Vocals zu hören, die im schönen Gegensatz zur zeitgleich singenden Sonja stehen.
-The Heart: Hier wird's wieder ruhig und zerbrechlich. Das Rock-Schlagzeug passt erfrischend gut zur ruhigen Ballade. Beim genauen Hinhören kann man auch noch viele kleine akustische (und synthetisch-elektronische) Details entdecken, die den Song zu dem machen, der er ist.
-Banish: Eine Elektronummer wie 'Absolution', allerdings etwas Effektgefüllter, was vor allem mit an Thomas' verzerrten Vocals und am gleichzeitigen Gesang von ihm und Sonja, liegen wird. Hier gibt's wieder etwas Power und textlich hat der Song auch auflehnenden Charakter.
-Why can't I make you feel: Wie es der Titel andeutet, findet man hier wieder eine todtraurige, sehnsüchtige Ballade vor, die vor allem durch Sonjas verzweifelten Gesang und dem dazugehörigen Text, getragen wird. Einfach ergreifend und gänsehautauslösend.
-Dort draussen: Mein persönliches Highlight vom Album. Ein traurig-sehnsüchtiger Text, trifft auf düstere Synthies, fett produzierte Rockdrums und bretternde Stromgitarren.
Ein Highlight in diesem Highlight sind auch die Synthesizer im Refrain nach Thomas' Gesang, der hier auch alles gibt und damit überzeugen kann.
Ein Song aus einem Guss, bei dem einfach alles stimmt.
-Hold me: Der letzte Song des Albums ist noch mal eine ruhige und zerbrechliche Nummer.
Konnte mich bis jetzt noch nicht so überzeugen, muss aber erkennen, dass hier filigran mit sehr vielen Details gearbeitet wurde.