Ich besitze das Buch bereits seit mehreren Jahren und habe es bereits öfters gelesen.
Die ersten beiden Kurzgeschichten "Ein Jahr in der linearen Stadt" und "Spiegelhaut" finde ich sehr gut, vor allem die erste.
Hier wird eine Utopie beschrieben, die wirklich ganz nach meinem Geschmack ist: Eine riesige Stadt in der die Menschen wie in einem Mikrokosmos leben, nicht wissen woher ihre Nahrung kommt, was es außer der Stadt noch auf der Welt geben könnte, woher Sie kommt und wie groß sie überhaupt ist.
Ich finde den Erzählstil des Autors sehr gut, leider kann ich mit der Idee, die Stadt als wirkliches lebendes Wesen darzustellen nicht viel anfangen.
Trotzdem sehr gut und absolut lesenswert.
Die 2. Geschichte "Spiegelhaut" ist schwächer, aber dennoch lesenswert.
Der Autor hat seine Kurzgeschichte im Stil einer "Gegenüberstellung" aufgebaut, immer abwechselnd ein Kapitel aus sicht des Protagonisten, dann eins aus Sicht seiner Feinde.
Das ist leider nicht ganz mein Geschmack, da man so für meinen Geschmack zu oft aus der Geschichte gerissen wird, aber ok der Autor wird seine Gründe haben ;)
Ein weiterer Nachteil: Die Kapitel aus Sicht des Feindes (ich werde absichtlich nicht zu detailiert ;) )sind als eine Art "Rede" bzw Gedanken des Feindes verfasst, was meiner Meinung nach leider kaum einen Reiz hat und langweilig wird. Ich finde, hier hätte man ruhig etwas kürzen können.
Ab der 2. Kurzgeschichte fällt das Buch leider sehr stark ab.
Die 3. Geschichte kann man lesen, man muss es aber nicht (ich habe immer nur ca 20 Seiten gelesen und dann keine Lust mehr gehabt, daher will ich hier auch nichts groß darüber schreiben).
Mir gefällt der Erzählstil nicht, ich konnte damit überhaupt nichts anfangen.
Den Abschluss des Buches bildet dann die Geschichte S.A.S, die für mich den absoluten Tiefpunkt darstellt.
Hier ist nur noch von wörtlich "alten Säcken" die Rede, die wohl wahnsinnig begabte Hacker sein sollen, allerdings jetzt im Altenheim sind und sich gegen die Obrigkeit auflehnen.
Das ist nicht nur ziemlich unglaubwürdig, unkreativ und langweilig, auch der Schreibstil tut seinen Teil:
Man hat das Gefühl, als wäre die Geschichte von einem 12 Jährigen geschrieben worden. Recht vulgäre Sprache, soll wohl irgendwie frisch und jugendlich wirken, wirkt aber letztendlich bloß lächerlich und ermüdend.
Meine Empfehlung: Buch billig kaufen oder leihen, die ersten beiden Geschichten mehrmals lesen und seine Freude daran haben. Dann die letzten beiden kurz überfliegen und das Buch weg stellen.