Molly lebt in einem Waisenhaus, in dem sie unter der Heimleiterin und sadistischen Kinderhasserin Miss Adderstone, der misslaunigen Köchin und den anderen Kindern leidet. Allein Rocky ist ein guter, gar ihr bester Freund und Familienersatz.
Zudem ist Molly eher ein unscheinbares graues Mäuschen, bis sie ihre Begabung für Hypnose entdeckt, die ihr alsbald die Fähigkeit verleiht, ihre Mitmenschen zu kontrollieren und sich ihre Träume zu verwirklichen. Letztlich lernt sie jedoch, dass aller Ruhm und Erfolg unbedeutend werden im Vergleich zu echter, wahrer Freundschaft.
Die Autorin schreibt sehr lebendig, spitz, witzig, einfallsreich und mit Liebe zum Detail. Da stört es auch nicht unbedingt, dass die ganze Sache mit der Hypnose meiner Ansicht nach allzu leicht geht. Vielmehr stehen andere Dinge im Vordergrund, die Kinder begeistern können: Die Waisenhausleiterin mit BH oder Unterhose auf dem Kopf z. B. steht selbstverständlich unter dem gestalterischen Mittel der Übertreibung, lässt den Leser aber vor Schadenfreude und befriedigten Rachegelüsten frohlocken. Besonders gefällt Kindern, wie Molly Macht über Erwachsene ausüben kann. Nicht nur Menschen, sondern auch Tiere und sogar Maschinen können von Molly und - wie man später erfährt - ihrem Freund Rocky beeinflusst werden.
Das Buch enthält skurrile, oft abwegige Ideen und überraschende Wendungen, besonders als plötzlich die Ebenen der realen und der Hypnose-Erlebenswelt kippen, sich überkreuzen und ineinandergreifen.
Das Buch ist nicht spannend im eigentlichen Sinne, aber es bereitet Spaß und Vergnügen beim Lesen. Der aufwändige silberne Schutzumschlag ist nett, es hätte ihn aber nicht unbedingt gebraucht. Er macht eher den Eindruck, man wolle hier mit mehr Schein als Sein etwas erreichen. Denn um eine zweite Pippi Langstrumpf handelt es sich hier allemal nicht.