Der Bürger als Edelmann ist eine von Moliere und Lully verfaßte Ballettkomödie. Eine neue Form, in der Zeit der französischen "Sonnenkönige" geschaffen im Auftrag Ludwig XIV. Theater, Musik und Tanz verschränken sich in einer Art Gesamtkunstwerk(nicht im wagneriannischen Sinne).
Hier wird die Originalfassung von Bernhard Lazar und "Company" in seiner ursprünglichen, ungekürzten Form seit mehr als zwei Jahrzehnten wieder auf die Bühne gestellt. Diese Ballettkomödie ist als "Rekonstruktion" eines historisch szenischen Festes gedacht.
Nur eine aus Kerzen bestehende Beleuchtung schafft ein besonderes Lichtambiente. Das Bühnenbild ist primär aus patinierten, geölten Metallblättern aus Kupfer erstellt worden. Die Kostüme sind auch so etwas wie Metaphern personaler Befindlichkeiten der Handelnden. Die Schminke der Agierenden ist speziell ästhetisch abgestimmt in der historischen Ursprungsart.
Das gesamte Ensemble bietet hinsichtlich der Geschlossenheit eine Glanzleistung. Hier einzelnen Leistungen zu beschreiben bzw. hervorzuheben, wäre eher unangemessen. Jedes Wort ist sprachlich zelebriert, jede sängerische Phrase wird zum Rezitativfaszinosum. Jede schauspielerische Aktion ist pointiert deklamierend, ironisch, süffisant, sarkastisch, komödiantisch, skurril.
Die farbstarke Musik, der feinziselierte, besonders akzentuiert "geformte" Gesang, die tänzerische Attitüde und insbesondere das zelebrierte, geprochene Wort verzahnen sich zu einem Kunstwerk der besonderen Art.
Dieses Gesamtkunstwerk "aus einer vergangenen Welt" ist inbesondere für Liebhaber der Opern Lullys oder Rameaus ein muß. Ein Kunstwerk wie man es nur noch selten in dieser Vollkommenheit sieht.