Ich bin weder Hobbykoch noch koche ich besonders gern, aber ich musste der Zettelwirtschaft ein Ende setzen, die sich in den letzten Jahren etabliert hatte. Zunächst war ich skeptisch beim Kauf - vor allem in Anbetracht des Preises. Meiner Skepsis zum Trotz ist das Moleskine Recipe Journal perfekt geeignet, die kleinen Rezept-Perlen, die man über die Jahre von Familie, Freunden und aus dem Internet zusammengetragen hat, in ein robustes Buch zu fassen.
Und es ist wirklich robust! DIN A5 Größe (nur etwas schmaler) mit einem harten Einband. Wie auf dem Produktbild gut zu erkennen, sind die Umrisse verschiedener Küchenutensilien auf der Vorderseite eingestanzt; Rückseite und Buchrücken sind blank. Drei verschiedenfarbige Bänder als Lesezeichen sind dabei und eine Falttasche mit zwei Fächern am Ende des Buches.
Das Buch enthält auf den ersten Seiten zwei jeweils in Monate unterteilte Übersichten über Saison-Lebensmittel; wer die englischen Namen der Lebensmittel nicht im Kopf hat, benutzt das beigelegte Übersetzungsheftchen. ;) Danach folgen fünf Seiten (3 vorausgefüllt, 2 blank) für Nährwertangaben, sowie eine in Europa eher nicht so nützliche US-Umrechnungstabelle.
Im Kern besteht das Buch aus 2×6 Rubriken, wovon die ersten 6 bereits vorbeschriftet sind ("Appetizers", "First Courses", "Main Dishes", "Side Dishes", "Desserts", "Cocktails"). Auf pro Rubrik jeweils 17 Seiten ist Platz für Zutaten, Hinweise zur Zubereitung und Angaben zu Schwierigkeitsgrad und Vorbereitungszeit sowie auch ein abgeteilter Bereich für Notizen. Ganz unten finden sich jeweils 5 Sterne zum Ausfüllen für eine Bewertung des Gerichts - aber wer schreibt ein Gericht in dieses Buch, das er nicht mag?
Denn man sollte sich auf die wesentlichen Rezepte beschränken: Nur die ersten 6 Register bieten die oben erwähnte Rezeptaufteilung. Die weiteren 6 Blanko-Rubriken sind pro Seite lediglich in 5 gleich große Zeilen unterteilt. Damit steht Platz für maximal 6×17 Rezepte zur Verfügung. Klingt erst einmal viel, ist es aber sogar für mich Kochmuffel nicht. Man sollte also keineswegs wahllos sammeln.
Am Ende des Buches finden sich noch ein paar Blanko-Seiten sowie ein Inhaltsverzeichnis, in das man alle Rezeptnamen zur Wahrung der Übersicht hineinschreiben kann. Da die Seiten des Buches komplett durchnummeriert sind (großartige Sache!), kann man so schnell etwas nachschlagen. Von den beigelegten Aufklebern finde ich persönlich nur die Chili-Schoten und die kleinen Saison-Aufkleber (Blume, Sonne, Blatt, Eiskristall) wirklich nützlich; die nichtssagenden Aufschriften wie "best ever!", "wow!" oder "hate it"(!?) sind hingegen ziemlich verzichtbar.
Also kurz: Es ist robust, es bietet Platz für Lieblingsrezepte und es sieht dazu auch noch wunderbar wertig aus. Zum Schätzesammeln ist es perfekt; der begeisterte Hobbykoch wird aber Platzprobleme bekommen. Ich jedoch bin beseelt und finde, es ist seine knapp 20 EUR durchaus wert. :)