Bei dem Preis kann man eigentlich nicht meckern. Zumindest gemessen an den Preisen für andere Kochbücher zum Thema. Nimmt man als Maßstab allerdings Kochbücher allgemein, sieht das schon anders aus. Gut, das Buch ist ein Einstiegsbuch. Aber ein bisschen mehr Inhalt hätte es schon sein dürfen. Die (Haupt-)Kapitel:
Texturen und Hilfsmittel
Lollis
Drops und Kaviar
Airs
Suppen
Fleisch, Fisch, Geflügel
Öliges, Süßes, Geräuchertes
Aus flüssigem Stickstoff*
Grundrezepte
Die nötigen Chemikalien und Hilfsmittel werden gut erklärt, keine Frage. Die Techniken selbst werden am Anfang eines jeden Kapitels anhand eines Beispielrezepts gezeigt. Was mir völlig fehlt, ist eine Erklärung, was wie warum beim Kochen passiert. Ich gehe einfach davon aus, dass man sich nicht unbedingt als Kochlaie für die molekulare Küche interessiert. Aber genau in dem Stil ist das Buch verfasst: Rezepte abliefern und fertig.
Dass nicht jedes Gericht mit Foto abgebildet ist: Geschenkt, dafür sind die vorhandenen Fotos absolut großartig. Allerdings hätte auch hier etwas mehr Sorgfalt nicht geschadet, so werden zum Beispiel einem Würfel auf Seite 44 gleich zwei Rezepte zugeordnet. Das mögen Kleinigkeiten sein, aber die müssen ja nicht sein.
Fazit: Wer lediglich sein Küchen-Know-how um nette Techniken wie Falschen Kaviar, Airs etc. erweitern will, der hat mit dem Buch ein solides Handwerkszeug. Wer sich allerdings wirklich in die Welt der Molekularen Küche einlesen will, der muss (jedenfalls zurzeit) eben ein bisschen mehr ausgeben.
*Nur für den Fall, dass jemand die Molekulare Küche mit Stickstoffzauberei verwechselt: Der Autor weist sehr deutlich daraufhin, dass die Arbeit mit flüssigem Stickstoff nur von Leuten erledigt werden sollte, die es in entsprechenden Kursen gelernt haben. Die Stickstoffrezepte sind also mehr aus Vollständigkeitsgründen enthalten. Mit dem Nachkochen dürfte es schwierig werden.