"Auf der Suche nach der Wunderdroge" - dieser Untertitel wirkt meiner Meinung nach etwas irreführend, da "Moksha" keinesfalls nur eine Abhandlung über Drogen darstellt. Selbstverständlich beinhaltet es auch Briefwechsel, Memoiren und Abhandlungen über Huxleys eigene Erfahrungen mit psychedelischen Drogen und seinen Erkenntnissen, wie diese eingesetzt werden könnten (zum Beispiel in der Behandlung psychisch Kranker oder Sterbender), welche Gefahren er sieht und wie sich ein jahrhundertelanger Gebrauch zu rituellen Anlässen in einen Mißbrauch in seiner und der folgenden Zeit entwickeln konnte, doch das Buch gibt noch sehr viel mehr her als die bloße Information, wie Huxley das Thema Drogen betrachtete. Seine Romane gewinnen durch "Moksha" sehr an Durchsichtigkeit; seine hier dargestellte Haltung zu Gesellschaft und Bewußtsein zeigt, daß die in seinen Romanen enthaltene Kritik stets durchdacht ist und nie einer einseitigen, schnell geformten Meinung entspringt. Doch nicht nur seine Romane gewinnen durch dieses Buch an Klarheit: der Leser erfährt von Huxleys Fähigkeit, sein Leben ganz bewußt zu leben - und ebenso bewußt zu sterben, wie die abschließenden Kapitel zeigen, in der Laura Huxley von den letzten Tagen ihres Mannes berichtet, von seinen letzten Stunden, in denen sie ihn nach den Grundsätzen des von ihm so angesehenen Tibetanischen Totenbuchs an die Schwelle des Todes begleitete, wie er es selbst Jahre zuvor bei seiner ersten Frau getan hatte. Wer mehr über Huxleys Liebe, sein Leben, seine Gedanken und seine innere Welt erfahren möchte, sollte zu diesem Buch greifen, denn keine Biographie kann so viel über ihn und von ihm verraten wie diese Sammlung von Zeugnissen seines Lebens.