Aus der Amazon.de-Redaktion
Die
Mojo Club Compilations gehören zu der Art Alben, die man eigentlich nicht mehr loben muss. Die inzwischen siebente Ausgabe mit dem Untertitel
Give me your love bildet da keine Ausnahme. Wird andernorts der Begriff "Compilation" mit einem gesichtslosen Einheitsgedudele verwechselt, so überzeugt das Tracklisting dieser
Mojo erneut durch seine stilistische Variationsbreite. Es reicht von Jazz-, Soul-, Funk- bis hin zu Brasil-Klassikern und vermittelt trotzdem einen überraschend homogenen Gesamteindruck, nämlich den Groove. Groove ist zeitlos und keine Frage der Gehörvernichtungswirkung monotoner Bässe und marschmusikähnlichem Schlagzeugarrangements wie bei manch "modernerer" Produktion. Erfrischende Klassik könnte man das nennen, und immer wieder fragt man sich, wo Oliver Korthals, Elis Kusilis und Stephan Stephan Steigleder all diese Highlights von Marvin Gaye, Manu Dibango, Elis Regina, Randy Weston, Walter Wanderley, Willie Bobo und Michael Naura nur ausgegraben haben. Sogar der
Spiegel (37/98) schreibt, inhaltlich setze
Mojo 7 "dem kurzlebigen Musikgeschäft zeitlose Reize entgegen". Na, wenn das mal keine Bereicherung im Plattenschrank ist.
--Sascha Mennel
Jazz thing (09/98)
Wenn die Crew um Oliver Korthals so weitermacht, dann hat sie im Bereich "Dancefloor Jazz" (Copyright by Mojo) bald die umfangreichste Compilation-Reihe produziert (oder jetzt schon?). Titelmotto ist diesmal ein Curtis-Mayfield-Song in der schönen Version von Sisters Love - aus ihrer Phase nach Motown. Weitere bekannte Namen auf "Mojo Club Volume Seven": Love Unlimited Orchestra, Marvin Gaye, Gladys Knight, Elis Regina, Astrud Gilberto, Walter Wanderley usw. Allerdings führt diese Art der Zusammenstellung nicht unbedingt zur Weiterentwicklung - auch wenn die Einzeltracks, wie immer, mit Geschmack ausgesucht sind. Überraschungen gibt es leider keine - und wenn doch, dann ist "die Ausgrabung" zuvor bereits auf mindestens einer anderen Compilation veröffentlicht worden. Vielleicht liegt es an den Schwierigkeiten, die entsprechenden Lizenzen zu bekommen, vielleicht sind aber auch die Käufer dieser Reihe weit weniger offen für Jazz, als sie selbst glauben möchten. Darum wird bei der Vorabinfo für Schreiberlinge wahrscheinlich gerade der Track von Michael Naura (!) besonders herausgestellt.
© Jazz thing - Martin Giese