Der Film um die tragische Liebe zwischen Raj Aryan (SRK) und der bezaubernden Megha (Aishwarya Rai) ist Bollywood in Reinstkultur. Wer mit Kitsch ein Problem hat, braucht sich natürlich mit dem ganzen Genre nicht zu befassen. Im Gegensatz zu westlichen Blockbustern ist aber eines fast immer garantiert: Zu einem aufwändig produzierten Film gehört auch ein grandios produzierter Soundtrack. "Mohabbatein" wurde - wie übrigens auch die Musik zu "Kabhi Kushi Kabhie Gham" (In Guten wie in schweren Tagen"), "Kuch Kuch Hota Hei", "DDLJ" und weiteren Bollywood-Superhits - von den Brüdern Jatin und Lalit komponiert. Die bis zu neun Minuten langen Songs sind zum Teil wie kleine Pop-Opern, die ganz wichtig für die Handlung des Films sind. "Chalte Chalte" (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Film) ist so ein Song, in dem die drei (zukünftigen) Liebespaare des Films sich vorstellen und sozusagen dem Zuschauer ihre Träume erzählen. Eine poppige Tanznummer wie "Aankhen Khuli" erfüllt eine auflockernde Funktion, ebenso wie die etwas traditionellere Punjabi-Nummer "Soni Soni". "Humko Humise Chura Lo" wiederum, gesungen von der legendären Lata Mangeshkar und Udit Narayan, enthält das melancholische Leitmotiv des Soundtracks. Schliesslich ist die Violine auch die "Waffe", mit der unser Held den zähen Rektor Narayan Shankar zur sprichwörtilchen Strecke bringt. Klar, weder die Handlung noch die Musik müssen alle Menschen mögen, aber nur Ahnungslose verkennen, dass hier absolut hochwertige Musik zwischen opulenten Dance- und Pop-Sounds und vielfältigsten indischen Folklore und Klassik-Traditionen erklingt. Wer die "wahre" indische Musik hören will, dem sei der klassische Ravi Shankar oder der Flötenguru Hariprasad Chaurasia empfohlen. Letzterer hat übrigens auch unter dem Namen "Hari" diverse Bollywood-Soundtracks produziert.