,Mogelpackung` ist eine Geschichte voller Überraschungen, erzählt in einem wunderbar leichten Ton, vor allem aber mit liebevoll gezeichneten Figuren: Fredo etwa, mit seinen 34 Jahren ein Lebenskünstler und Schürzenjäger, um den sich alles dreht. Verschiedene Umstände bringen ihn nach Bornstedt zurück, zum Ort seiner Kindheit und Jugend, wo die verwickelten Geschehnisse ihn vor eine Herausforderung nach der anderen stellen, so dass er am Ende doch noch richtig erwachsen wird. Aber auch Gesche, Fredos zähe und pfiffige Großmutter, die Angst vor der Demenz hat, sowie Fredos Nichte Klara und sein Neffe Tim habe ich auf Anhieb ins Herz geschlossen. Sie alle lassen den Leser eintauchen in eine Geschichte, die mal komisch ist, dann wieder Tiefe hat, die oft spannend ist, und immer wieder sehr berührend.
Besonders amüsant für mich: die Idee mit dem Newsflash Familie Fried, eine Art analoges Twittern, die Fredo im Haus seines abwesenden, um nicht zu sagen abtrünnigen Bruders einführt: Eine praktische Form der Kommunikation zwischen Fredo, Großmutter Gesche und den beiden Teenagern, die selten zu Hause sind und wenn doch, dann eigentlich nicht ansprechbar.
Es ist eine Geschichte übers Erwachsenwerden. Und übers Altwerden. Und darüber, wie wichtig es ist, sich nicht unterkriegen zu lassen und zu lernen, bei sich zu sein. Ach ja: eine anrührende Liebesgeschichte wird ganz nebenbei auch erzählt.
Jan Schröters ,Mogelpackung` ist für mich vom Anfang bis zum Ende Belletristik vom Feinsten, ein Buch, das mich so fesselte, dass ich es nicht mehr aus der Hand legen wollte. Eine Mogelpackung also, die ich nur wärmstens weiter empfehlen kann!