Südjemen, am 16.10.1977.
Die Lufthansa-Maschine "Landshut", seit nunmehr drei Tagen in der Gewalt eines palästinensischen Terror-Kommandos, befindet sich trotz strickten Landeverbots im Anflug auf Aden. Der Treibstoff der Maschine reicht nur noch für wenige Minuten, keine Chance, eine Ausweichmöglichkeit anzufliegen. Die jemenitische Regierung, die unter allen Umständen verhindern will, dass die brisante Fracht heimischen Boden berührt, lässt Panzer aufrollen, um damit die Landebahnen zu blockieren.
Kapitän Jürgen Schumann sieht nur eine Möglichkeit, das Leben der 82 Passagiere zu retten: Halb verhüllt unter einer Schockwelle aus Schutt und Staub setzt er mit der 60 Tonnen schweren und 30 Meter breiten Boeing-737 in einem schmalen Sandstreifen zwischen den gestaffelten Panzerreihen zum Landeanflug an...
Keine Frage: Die hochdramatische Notlandung der Landshut gehört zu den besten Fernsehmomenten des Jahres, die visuelle Umsetzung würde manchem Hollywood-Blockbuster mit dem zehnfachem Budget zu Ehren gereichen. Diesen klaustrophobischen TV-Thriller auf seine actionlastigen Schlüsselszenen zu reduzieren, täte ihm aber auf jeden Fall unrecht; sie dienen vielmehr als Mittel zum Zweck - die wahre Geschichte der Landshut-Entführung möglichst realitätsnah umzusetzen.
Der markante, dokumentarisch anmutende Handkamerastiel erzählt die Handlung beklemmend authentisch, die hervorragend spielenden Haupt- und Nebendarsteller tragen das ihre dazu bei, dass aus Mogadischu die wohl beste deutschsprachige TV-Produktion dieses Jahres wurde.
Trotz der lieblosen Menügestaltung und des grieselign Bildes: das eigentliche Produkt - der Film - macht die Defizite locker weg und diese DVD damit zur absoluten Kaufempfehlung.