Wenn die industrienahe "Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik" in güldenen Lettern ihre Empfehlung auf dieses Machwerk stempelt sowie diverse Prof. Schnick-Schnacks im Titel dem unbedarften Verbraucher Seriösität vergaukeln, kann man als besser Informierter schon stutzig werden. Einer der "Verfasser" (oder besser Drahtzieher?) davon war lange Jahre Pressesprecher der Industrie, na wie objektiv. Unter dem Deckmantel der Aufklärung wird hier eine dreiste Propaganda zugunsten der traditionellen hochverarbeiteten "Lebens"-mittelpraxis betrieben, so dass selbst ein ernährungsbewusster Mensch wie ich seine Galle wieder spürt. Also: H-Milch sei ebenso gut wie frische, raffinierter Zucker sei "an sich" gar nicht schädlich (schliesslich käme es ja darauf an, was man sonst noch isst (!) und ob man sich bewege, Süßstoffe seien ebenfalls ein uneingeschränkter Segen (komisch nur, daß sie z.B. in der Tiermast eingesetzt werden wegen der Appetitanregung), Zusatzstoffe würden "fast nur" im Sinne der Verbraucher eingesetzt und seien ja ach so streng geprüft, gespritztes Obst sei gar nicht so schlimm (schliesslich wisse ja jeder, das man es waschen müsse)und überhaupt sei es ja ein Vorurteil, dass unverarbeitete Nahrung besser sei, denn schliesslich müsse man auch Bohnen für den gesunden Genuss kochen. Eine bestechend-logische Begründung jagt die andere, Kompliment, liebe Lebensmittelindustie! Ach ja, bei Nahrungsergänzungen spreche man grundsätzlich mit seinem Arzt. (Schließlich wissen die ja ganz genau Bescheid dabei und diese bösen Strukturvertriebe sind ja sowieso alle unseriös und deren Produkte grundsätzlich schlecht)
Auf diesem oberflächlich-platten Niveau wird der arme Leser eingelullt, indem sämtliche Risiken der modernen industrieellen "Esskultur" völlig verharmlost werden. Finger weg, lassen Sie sich keine Märchen erzählen!!
Ich bin Ernährungsberater, verfasse diese Rezension allerdings lieber anonym, da ich der Industrie alles zutraue, wenn's um das liebe Geld geht.