Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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23 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Dylan in modernen Zeiten, 19. Februar 2007
Das Jahr 2006 war für Bob Dylan eines der Besten seit langem. Zum halbrunden Jubiläum war er in den Medien so omnipräsent, daß man meinen konnte, die 60er Jahre seien zurückgekommen, überall wurde dem Meister überschwänglich zum 65. gratuliert, er selbst ließ sich in schlicht hervorragenden Radiosendungen (was bei dem sonst extrem medienscheuen Dylan ein wahres Wunder ist) zu Themen des Lebens (Musik natürlich, Frauen, Knäste, Lyrik, Baseball usw.) vernehmen, gab Intervievs, führte seine "Neverending Tour" weiter und veröffentlichte im September zur Krönung ein hervorragendes Album, das den schon ausgezeichneten Vorgängern (das triumphale "Time Out Of Mind" und "Love And Theft) die Krone aufsetzt.
Auf "Time Out Of Mind" herrschte ein düsterer, pessimistischer, gar todessehnsüchtiger Ton zu spartanisch produzierter Musik vor, "Love And Theft" unternahm eine manchmal etwas chaotisch Reise quer durch die amerikanische Musik des 20. Jahrhunderts.
"Modern Times" eröffnet mit dem klassischen Rocksong "Thunder On The Mountain", der den Hörer nach Hells Kitchen, Midtown Manhattan, entführt und ihm Alicia Keys an die Seite stellt, "Spirit On The Water" ist eine melancholische Hymne an eine vergangene Liebe (in langsamem Swing, so daß man dazu auch noch tanzen kann, aber nur ganz langsam), "Rollin' and Tumblin'" zitert, wie der Titel schon verspricht, virtuos und kongenial einige Bluesklassiker, "When The Deal Goes Down" ist ein melancholischer Walzer (Tanzsong Nr. 2) und ein hemmungslos sentimentales Liebeslied, wie man es von Dylan schon lang nicht mehr gehört hat, "Someday Baby" skizziert einmal mehr eine unglückliche Liebesgeschichte und damit ein ewig gültiges Bluesthema.
Einer der stärksten Songs, den Dylan je geschrieben hat, ist zweifelsohne der "Workingman's Blues #2", ein Song über den Niedergang, allerdings mit einer recht fidelen Altersweisheit und zu einer aufwärts strebenden Melodie mit Spieluhr - Piano vorgetragen, der dem Thema die Düsternis nimmt einen den Lichtstreifen am Horizont erahnen läßt. Mit "Beyond The Horizon" zitiert Dylan ein weiteres mal die mittlerweile liebgewonnene Swingmusik seiner Jugend (Tanzsong Nr. 3) und singt unsterbliche Zeilen wie "Beyond the horizon, in the springtime or fall, love waits forever for one and for all", einfach wunderschön, in "Nettie Moore" wird die Heldin eines Folksongs liebevoll gezeichnet, "The Levees Gonna Break" zitiert wieder bewußt einige Bluesklassiker und ruft hintergründig die Flut von New Orleans ins Gedächtnis zurück. Dylan schließt hier mit der majestätischen Western - Ballade "Ain't Talkin'", in der er einmal mehr die Rolle des aus dem Paradies vertriebenen, von aller Welt verlassenen und verratenen Outlaws übernimmt, ein Song über Einsamkeit und Verzweiflung, wie nur Dylan ihn schreiben kann.
Das wohl etwas ironisch betitelte Album orientiert sich also ganz an klassischem Material und jeder Song bringt das Künststück fertig, uralt und doch brandneu zu klingen, Dylan hat hier eine Platte voller Evergreens geschrieben, die man immer wieder mit größtem Genuß hören kann.
Man kann nur hoffen, daß der Meister uns noch sehr lange erhalten bleibt.
Unbedingte Kaufempfehlung.
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30 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Auch nicht DeLuxe noch Deluxe, 31. August 2006
Das Glück meiner Generation, einen Jugendhelden zu haben, mit dem man zusammen älter werden kann? Jedenfalls ist es mir überhaupt nicht peinlich, mich wie ein kleines Kinde auf die neue CD von Bob Dylan gefreut zu haben. Vorbestellt lag sie endlich in meinem Briefkasten. Und statt sie sofort aufzulegen (ja, so nennen es die in den Fünfziger Geborenen noch), öffnete ich einen guten Wein, stellte mir einen Antipastiteller zusammen, setzte mich auf die Küchenablage und hörte.
Ich hörte den Folksinger, den Blueser, den Rocker, den Gospelsänger und den ewig Suchenden. Das war damals mein Irrtum, als auch ich es Dylan kurz übel nahm, seinen Stil zu wechseln. Ich meinte, er suche Antworten für mich. Und ich ertrug es damals schlecht, dass er Antworten für sich sucht. Von denen konnte ich mir ja aussuchen, was mir zusagte. Und jetzt, in seinem wunderschönen Modern Times sagt er mir, dass sich das Grundsätzliche nie ändert. Die neuen Zeiten sind die alten der neue Mensch ist der alte. Die wichtigen Fragen sind immer die gleichen. Für eine solch banale Message braucht es außergewöhnliche Künstler, damit wir sie ertragen. Bob Dylan ist einer von ihnen.
Schön, dass ich noch eine limitierte DeLuxe Edition erwischte. Denn die vier Videos führen in ihrer Schrägheit dem ganzen Klimbim des Videozeitalters seine Selbstüberschätzung vor Augen. Aber da die zehn Songs so schön sind, haben die Käufer der Normalausgabe nicht Pech, sondern ebenfalls Glück. Das Glück, mit neuen Songs von Bob Dylan Freundschaft zu schliessen.
Mein Fazit: Als Fan im Urteil alles andere als neutral, sage ich nur: kaufen und sich freuen.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Soundtrack einer Reise, 18. Oktober 2008
Zu erst einmal muss ich sagen, dass dies das erste Album von Bob Dylan ist, mit dem ich mich näher beschäftigt habe. Auf das Album selbst bin ich auch eher durch Zufall gestoßen, die CD befand sich nämlich im Spieler des Mietwagens, den ich mir für meine mehrwöchige Neuseelandreise in diesem Jahr besorgt hatte. Meine eigene Musik, die so garnicht in die Dylan-Richtung geht, hatte ich in Deutschland vergessen. Ein Glücksfall wie sich herausstellen sollte.
Zu erst war ich allerdings schon etwas skeptisch, der einzige der mir öfter mal von Dylan erzähle war mein Vater. Da mir nicht viel anderes übrig blieb (Radioempfang war vielerorts nicht möglich), probierte ich Modern Times einfach einmal aus. Und von da an lief knapp 5 Wochen fast dauerhaft diese CD. An der CD gefiel mir vom ersten Hören an der Abwechslungsreichtum. Neben eher "schnellen" und eingängigen Titeln wie "Thunder on the Mountain" gab es auch viele ruhigere und entspanntere Songs mit ebenfalls schöner Melodie. Die Atmosphäre der CD passte auch einfach perfekt zu den einsamen Highways und den traumhaften Bilder, die ich während des Fahrens immer wieder bewundert konnte.
Gestern habe ich mir dann zum ersten Mal seit meiner Reise wieder das Album angehört, und muss sagen, dass die Lieder eigentlich nichts von ihrer Wirkung verloren, sondern im Gegenteil immer wieder für schöne Erinngerungen sorgten.
Fazit: Für mich als Laie,zumindest was Bob Dylan angeht, ein wirklich abwechslungsreiches Album mit schönen Melodien und einer ganz speziellen Atmospähre!
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