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Bei einem eigenwilligen Künstler wie Beck Hansen muss man immer auf alles gefasst sein. Doch die Überraschungsmomente werden auf seinem zehnten Album wohl dosiert serviert.
Bei aller Vielseitigkeit in der stilistischen Ausrichtung eint die zehn Tracks auf dem von Beck und Danger Mouse gemeinsam produzierten Werk
Modern Guilt eine tief melancholische Note. Seine Dance-Affinität hat der Gute wohl endgültig ad acta gelegt. Was nicht bedeuten soll, dass man zu Becks Musik heute nicht mehr tanzen könnte, aber so richtig zwingend ist das hier trotz gewohnt grooviger Beats höchstens noch bei zwei oder drei Nummern, zum Beispiel dem beschwingten Titeltrack. Ansonsten ist
Modern Guilt doch eher eine Platte zum Hören und sich dabei weit zurücklehnen. Die souveränen Arrangements sind wie immer schön reduziert gehalten, so dass jedes noch so kleine Detail wunderbar zur Geltung kommt. Besonders wirkungsvoll ist das bei sphärisch entrückten Songs wie "Chemtrails", wenn Beck scheinbar schwerelos durch ferne musikalische Galaxien gleitet. Gerockt wird auf
Modern Guilt allerdings auch, mit "Gamma Ray" präsentiert er eine charmante, knackige Sixties-Garagen-Nummer und wenn bei "Soul Of A Man" die Gitarre den Song eröffnet, könnte man fast meinen, dass sich hier ein Doors-Lied auf die Platte geschummelt hätte. Im weiteren Songverlauf ist es dann zwar wieder rundherum Beck, doch so viel knarzigen Blues gibt es von ihm nur selten zu hören. Insgesamt ist
Modern Guilt eine tolle Platte, die es mit Becks Meisterwerken
Mellow Gold,
Odelay oder
Sea Change durchaus aufnehmen kann. --
Dirk Siepe
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