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Noch vor wenigen Jahren war es ganz selbstverständlich, dass Weltraumstrategiespiele wie ihre planetenbasierten Geschwister aussahen. Conquest: Frontier Wars und Star Trek: Armada spielten sich wie klassische 2-D-Titel, denen nur ein anderer Hintergrund gegeben wurde. Seit Sierras Homeworld ist damit Schluss: Schiffe fliegen in alle Himmelsrichtungen, greifen von oben oder unten an und dürfen von Ihnen frei im dreidimensionalen All platziert werden.
O.R.B. erinnert spielerisch stark an Homeworld und folgt damit Titeln wie Project Stars und Far Gate, die ebenfalls das Originalkonzept kopiert haben. Was O.R.B. jedoch unterscheidet -- und das ist sowohl Pluspunkt als auch Pferdefuß des Spiels --, sind die realistischen Proportionen von Einheiten und Umgebung. Riesige Raumstationen und Asteroiden werden von kleinen Geschützen und Jägern umkreist, Asteroidenfelder und Planeten im Hintergrund haben gewaltige Ausmaße. Zusammen mit der erstklassigen Grafik kommt da richtige Science-Fiction-Atmosphäre auf.
Doch so interessant sich diese Ideen anhören, in der Praxis verkomplizieren Sie die Steuerung von O.R.B. gewaltig. Obwohl das Interface grundsätzlich einen durchdachten Eindruck hinterlässt, verlieren Sie in Kämpfen schnell den Überblick. Kleine Jäger sind neben Schlachtschiffen kaum auszumachen und verschwinden bei Angriffen zu schnell aus Ihrem Sichtradius. Eine strategische Übersichtskarte hilft zwar verlorenen Weltraumgenerälen, da in dieser Ansicht aber nur Punkte und keine Schiffsmodelle zu sehen sind, vergeht Ihnen schnell die Freude am Realismus.
Neben der verwirrenden, unspannenden Storyline, mit der Sie sich in keiner Sekunde identifizieren können, spielen sich die Missionen von O.R.B. viel zu ähnlich: Errichten Sie Minenstationen auf ressourcenhaltigen Asteroiden, erforschen Sie wichtige Technologien und stellen Sie eine Flotte auf. Sind alle Ressourcen aufgebraucht, gilt es den Gegner anzugreifen, der Tank-Rush macht in erster Linie im Mehrspielermodus Spaß.
Fazit: O.R.B. ist kein Reinfall wie Project Stars, aber auch nicht mehr als ein Zeitvertreib bis zum Erscheinen von Homeworld 2. Mehr Abwechslung im Gameplay und eine spannende Storyline hätten dem Spiel gut getan, so aber ist O.R.B. nur Hardcore-Strategen mit Weltraum-Fable zu empfehlen. --Patrick Streppel
Pro:
Missverstandene Botschaften Ein langer und brutaler Krieg führt zum Zusammenbruch eines Galaxie-umspannenden Imperiums. Zwei Rassen siedeln sich als einzige Überlebende auf neuen Welten an ohne voneinander zu wissen. Lediglich alte Schriftrollen erzählen von der Vernichtung ihrer Götter. Jahrhunderte lang erholen sich beide Völker von den Kriegsfolgen, aber schließlich stoßen sie erneut das Tor zu den Sternen auf. Misstrauen prägt ein erstes Zusammentreffen zwischen Alyssians und Malus und schon bald entbrennt ein neuer Krieg. Mit so genannten Off-World Ressource Bases werden interstellare Expansionspläne vorangetrieben, Raumschiffflotten kämpfen mit gleißenden Lasern und glühenden Schilden. Welche Partei wird siegen? Wer trägt Verantwortung für den Zusammenbruch des alten Imperiums?
Schönheit und Größe des Alls Vier Jahre Entwicklungszeit investierte Strategy First um klassische Gameplay-Formeln der Echtzeitstrategie in Dreidimensionalität des Weltraums zu überführen. Belebte Solarsysteme mit Monden, Planeten, Asteroidenfeldern und Weltraumschrott eröffnen ungeahnte Spieltiefe und völlig neue Taktiken. So greifen Spieler gegnerische Schiffe auch von oben oder unten an, bauen Minenstationen auf Asteroiden und reisen dank Hyperraumsprung an entlegene Stellen der gewaltig großen Karten. Trotz uneingeschränkter Bewegungsfreiheit erlaubt das durchdachte, intuitiv zu bedienende Interface optimale Kontrolle eigener Einheiten: Wegpunkte, Verhaltensmuster für Geschwader, Möglichkeiten zum Andocken von Jägern an große Schlachtschiffe ein Tutorial macht umfassend mit allen Optionen vertraut.
Um siegreich aus großen Flottenschlachten hervorzugehen, bedienen sich Weltraum-Generäle einer einzigartigen Auswahl an Schiffen und Einheiten. Komplexe Forschungsmöglichkeiten begründen neue Bauoptionen und gewähren sichtbare Upgrades auf vorhandene Einheiten. Mit Eroberung von Feindschiffen stehen auch gegnerische Technologien zur Verfügung. Aufwendige Zwischensequenzen und eine spannende Sciencefiction-Geschichte begleiten O.R.B.s zwei Kampagnen. Alternativ erschaffen Spieler ihre eigenen Szenarien oder treten im Mehrspielermodus an, wobei sich Raumschiffe mit eigenen Logos schmücken lassen. Hochdetaillierte Grafiken sorgen für einen wahren Augenschmaus: Prächtige Farbenspiele, zahllose Objekte und spektakuläre Explosionen erwecken kalte Sonnensysteme zum Leben.
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