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Modellfliegen: Novelle
 
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Modellfliegen: Novelle [Gebundene Ausgabe]

Marcel Möring , Helga van Beuningen
3.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Holländisches Wohnküchenidyll, lichte Farben. Eine Familie sitzt einträchtig über ihrer Heimarbeit, dem Zusammenfügen und Bemalen von Modellflugzeugen aus dem Laden des kauzigen Puppendoktors. Der Vater, ein ehemaliger Pilot und seine schöne resolute Frau, beide seit kurzem arbeitslos, sind stolz über den Einfall ihres zwölfjährigen Sohnes David, der den Puppendoktor davon überzeugte, dass sich fertige Modelle besser verkaufen ließen als Bausätze. David in seinem kindlichen Versorgerglück ahnt nicht: gleich den Modellen, die dem Käufer eine größere, wirklichere Welt vorgaukeln, werkeln auch seine Eltern, in Wahrheit ein Elendsverband aus Gescheiterten, an ihrem fortwährenden Illusionsprogramm vom großen Überflug.

Wie es so geht. Mitten in der Arbeit an seinem nächsten großen Romanprojekt, wehten Marcel Möring plötzlich diese fernen Erinnerungsfetzen aus seiner Kindheit an und unversehens stand ein Anfangssatz auf dem Papier. Möring lauschte nach innen -- legte sein Großprojekt auf Eis -- und wob seine Eingebungen zu dieser federleichten Kindheits-Novelle.

Die trügerische Familienseligkeit bekommt sehr bald Risse. Loyalität und Solidarität, auch in Davids Familie nur Wortmünzen, die so lange Gültigkeit besitzen, bis Besseres in Aussicht steht. In diesem Falle ist dies der vor Leben strotzende Bonvivant Humbert Coe, ein Kriegskamerad des Vaters, der zu Besuch auftaucht. Sofort registriert der listige Coe den Zustand resignativer Gelähmtheit seiner Gastfamilie und beginnt sein Manipulationswerk, eine für Davids Vater demütigende Erfahrung. Durch Coe lernt der kleine David, die Stützräder abzulegen und seine Träume zu leben. Die Kehrseite solch hemmungsloser Traumverwirklichung jedoch äußert sich in dem vor nichts haltmachenden Schrecken, als David Zeuge wird, wie Coe mit seiner Mutter seinen ganz persönlichen Traum lebt. Dieser bittere Erwerb der Flugtauglichkeit markiert das Ende einer unbeschwerten Kindheit.

Eine wundervoll melancholische, leicht hingetuschte Fabel, an deren Ende ein erwachsener David steht, der seinen Kindern die Geschichte einer Familie weiterträgt, deren Träume nie abzuheben vermochten. --Ravi Unger

Kurzbeschreibung

»Als er in einer Anwandlung von plötzlichem Stolz seinen alten Job gekündigt und noch keinen neuen gefunden hatte, beschloß mein Vater, Modellflugzeuge zu bauen.« Mit diesem Beschluß beginnt für den zwölfjährigen David jene Zeit, die ihm stets als Paradies in Erinnerung bleiben wird. Er selbst hatte die Idee, als der Vermieter, ein launischer Puppendoktor, sich darüber beklagte, daß die Jungen heutzutage keine Modelle mehr zusammenbauen wollten, sondern sie am liebsten fix und fertig kaufen würden. Da Davids Vater, ein ehemaliger Pilot, und auch seine Mutter plötzlich ohne Arbeit sind, setzt sich die ganze Familie am Wohnzimmertisch zusammen, eine Kanne Tee auf dem Stövchen, und bastelt Dutzende von Flugzeugen pro Tag.

Es folgt eine Zeit des Glücks und der Geborgenheit, die jedoch durch das Auftauchen eines unerwarteten Besuchers eine jähe Zäsur erfährt. Innerhalb kurzer Zeit erleben diese drei Menschen auf ganz unterschiedliche Weise, wie fragil ihre Idylle ist. Alte und neue Loyalitäten, Liebe und Haß fordern ihren Tribut und sorgen dafür, daß die Dinge nie mehr so sein werden, wie sie einmal waren.

Mit spielerischer Leichtigkeit zeichnet Marcel Möring den Übergang von der Kindheit zum Erwachsensein nach und zeigt, daß Erinnerung nicht nur Nostalgie wecken kann, sondern auch Glück.

Der Verlag über das Buch

Marcel Möring macht sich in dieser modernen Novelle auf die Suche nach der verlorenen Kindheit. Liebevoll-melancholisch läßt er ein vergangenes Paradies wiederauferstehen, zeigt seine Demontage und seine Rettung in die Gegenwart: "... ein begnadeter Erzähler" (Frankfurter Allgemeine Zeitung) erweist sich als Meister der kleinen Form.

Über den Autor

Marcel Möring, geboren 1957 in Enschede, gilt als einer der bedeutendsten zeitgenössischen Literaten der Niederlande. Für seinen ersten Roman „Mendel«“erhielt er 1991 den wichtigsten Debütpreis des Landes, den Geertjan-Lubberhuizen-Preis, und weitere Romane wurden mit dem AKO-Literaturpreis, der Goldenen Eule und dem Flämischen Literaturpreis ausgezeichnet. Sein neuestes Werk „Der nächtige Ort“ wurde 2007 mit dem Ferdinand-Bordewijk-Preis zum besten niederländischen Roman des Jahres gekürt. Möring lebt mit seiner Familie in Rotterdam.

Helga van Beuningen ist die Übersetzerin von u.a. A.F.Th. van der Heijden, Margriet de Moor, Marcel Möring und Cees Nooteboom und wurde ausgezeichnet mit u.a. dem "Martinus-Nijhoff-Preis", dem "Helmut-M.-Braem-Preis" und dem "Else-Otten-Preis".
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