Marcel Möring Modellfliegen Luchterhand ISBN3 630 87092 9
S. 124
Nach eigenen Angaben sind dem Autor die ersten Sätze dieser Novelle eines Tages zugeflogen, und er konnte nicht mehr aufhören, die Geschichte aufzuschreiben und zu beenden.
Der Icherzähler baut mit seinem Vater und der Mutter Modellflugzeuge zusammen. Sie nehmen dem Puppendoktor, der im gleichen Haus seinen Laden hat, die Arbeit ab, denn die Käufer wollen zusammengebaute Flugzeuge haben.
Es ist eine glückliche Zeit für den Jungen, der sich mit seinen Eltern geborgen in der gemeinsamen Tätigkeit fühlt.
Natürlich trügt das Glück der heilen Kindheit: der Vater und auch die Mutter sind arbeitslos. Unter der gemütlichen Hülle schlummern die Konflikte zwischen dem Vater und der Mutter und das Ende der Idylle. Nach dessen Ende erscheint der Icherzähler als erwachsener Mann, der seinerseits Modellflugzeuge im Hauptberuf baut, eine Freundin hat und seine Geschichten an die Jungen weitergibt, die bei ihm Flugzeuge kaufen.
Die Geschichte ist unspektakulär.Da sich nicht viel ereignet, muß aus dem Erzählstoff der Inhalt für uns erstehen . Sanft und still werden Skizzen aus dem Leben der Eltern beschrieben, erscheint vor unserem Auge der Familienalltag. Daß der Vater, wohl auch die Mutter, am Leben gescheitert sind,--man kann es den Szenen entnehmen.
Gerade die stille und ruhige Erzählweise macht das Buch liebens-und lesenswert. Die Sachlichkeit der Sprache ist bemerkenswert , nichts ist emotional aufwühlend, ohne doch der Erzählung eine gewisse Spannung zu nehmen.
Es ist ein hübsches Büchlein, leicht und unbeschwert lesbar.
Claudine Borries