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Moby-Dick: oder Der Wal - Roman
 
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Moby-Dick: oder Der Wal - Roman (Broschiert)

von Herman Melville (Autor), Friedhelm Rathjen (Übersetzer)
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Produktinformation

  • Broschiert: 928 Seiten
  • Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt; Auflage: 1 (7. Juli 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3596901952
  • ISBN-13: 978-3596901951
  • Originaltitel: .
  • Größe und/oder Gewicht: 19 x 12,6 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Moby Dick oder Der weiße Wal
OT Moby-Dick OA 1851 DE 1927Form Roman Epoche Symbolismus
Moby Dick gilt als das bedeutendste Prosawerk des amerikanischen Symbolismus. Der monumentale Roman verbindet Abenteuergeschichte, Walkunde und philosophische Reflexion.
Inhalt: Ismael, dessen Vorgeschichte und Lebenssituation im Dunkeln bleiben, beschließt wieder einmal zur See zu fahren, um »den Trübsinn zu verjagen«. Er begibt sich zunächst nach New Bedford (Massachusetts), dem Zentrum des amerikanischen Walfangs. Dort muss er in der Herberge das Bett mit dem Polynesier Quiqueg teilen, der jedoch rasch zu seinem Busenfreund wird. Bald fahren die beiden weiter nach dem älteren Walfängerhafen Nantucket, wo sie auf der »Pequod« anheuern.
Erst als sie bereits einige Tage unterwegs sind, bekommen sie ihren Kapitän zu Gesicht: Ahab. Seitdem er im Kampf mit dem weißen Wal Moby Dick ein Bein verloren hat, ist er voller Hass und kennt nur ein Ziel: Rache an dem Tier zu nehmen. Es gelingt ihm, seine Mannschaft einschließlich des zunächst skeptischen Maates Starbuck für dieses Ziel zu begeistern.
Monatelang kreuzt die »Pequod« in der See, fängt Wale und füllt ihre Öllager, begegnet anderen Schiffen und entkommt glücklich Unwettern ebenso wie Piraten. Im Pazifik trifft sie schließlich auf Moby Dick. Die Jagd auf ihn dauert drei Tage. Obwohl der weiße Wal ein Boot nach dem anderen zerstört und sogar die »Pequod« zum Sinken bringt, hält Ahab an seinem Ziel fest, bis er von seinem eigenen Harpunenseil in die Tiefe gerissen wird. Nur Ismael überlebt die Katastrophe – an den Sarg geklammert, den Quiqueg sich in einer düsteren Vorahnung gezimmert hat.
Aufbau: Der in 135 Kapitel und einen Epilog gegliederte Roman handelt nicht in erster Linie von der Jagd auf Moby Dick – die Schilderung dieses Ereignisses nimmt nur die letzten drei Kapitel ein. Im Vordergrund stehen das archetypische Motiv der »quest«, der Suche, und zwei Figuren, die unterschiedliche Arten der Suche verkörpern: der Ich-Erzähler Ismael und Ahab.
Die »quest« lässt sich verschieden interpretieren, etwa mythologisch als Rebellion gegen die göttliche Ordnung, als Hybris im christlichen Sinn, psychologisch als Erkundungsfahrt ins Unbewusste oder philosophisch als Suche nach dem Wesen der Dinge. Ein dichtes Netz entsprechender Anspielungen und Zitate überzieht den Roman, der dadurch einen enzyklopädischen Zug erhält.
Enzyklopädisch ist auch Ismaels Art der Suche; er verkörpert ein bemühtes Expertentum, das dennoch nichts versteht. Seinen Bericht über die Fahrt der »Pequod« unterbricht er immer wieder mit verarbeitungstechnischen, naturwissenschaftlichen, historiografischen und mythologischen Ausführungen über den Wal. Er beherrscht das Material jedoch nicht wirklich, sondern imitiert nur die Sprachen der verschiedenen Wissensgebiete. Melville erweist sich in diesen Kapiteln als Parodist vom Rang eines Laurence R Sterne oder R Jean Paul.
Ahabs Art der Suche hingegen ist die Aktion; er will handeln, »die Maske [des Sichtbaren] zerschlagen« und stürzt sich so ins Verderben. Melville setzt die verschiedensten Mittel ein, um der Figur titanische Dimension zu verleihen: Anspielungen auf Prometheus und Faust, bühnenhafte Szenen (inklusive Regieanweisungen), Monologe im Stil von R Shakespeare und eine heroisch-pathetische Sprache.
Beide Suchenden scheitern, doch Ismael gelangt schließlich zu der Einsicht: »…ich kenne ihn [den Wal] nicht und werde ihn niemals kennen.« Er kapituliert vor dem »nie zu fassenden Trugbild des Lebens«, das er in der Geschichte von Moby Dick gespiegelt sieht. Philosophisch verstanden, plädiert der Roman also für eine agnostizistische Haltung.
Wirkung: Zu Lebzeiten Melvilles stieß Moby Dick auf geteilte Zustimmung. Nicht alle Leser verstanden sogleich die komplexe Struktur des Werks, manche betrachteten es als formlos, einige erklärten den Autor schlicht für »verrückt«. Heute jedoch wird Moby Dick in einem Atemzug mit großen Romanen der Weltliteratur wie Henry R Fieldings Tom Jones (1749) genannt. Seine Popularität verdankt er zahlreichen Kinderbuch-Adaptionen und der Verfilmung von 1956 mit Gregory Peck als Ahab. P. E. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

Kurzbeschreibung

Das gewaltige Epos vom großen weißen Wal und Kapitän Ahab, abenteuerliche Reisen durch alle stürmischen Meere und die Geschichte von Ismael, der sich, des Festlands müde, auf den Ozean der Möglichkeiten begibt, indem er auf dem Walfänger Pequod anheuert.
Nach abenteuerlichen Reisen durch alle stürmischen Meere findet er als einziger der Mannschaft nach Hause zurück - im Sarg seines Freundes Queequeg."Dieses wunderbarste aller Bücher macht uns für ein Weilchen zu anderen Wesen; der ungeheure Rhythmus, mit dem da Erzählung, Hymnus, Walfangtechnik sich abwechseln, die Spannung dann zwischen dem einfachen Bericht einer langen Walfangreise und einem großen individuellen Schicksal (Ahab und sein weißer Wal) mit einem ganzen Bündel." (Der Roman-Navigator)
-- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Endlich DIE Neuübersetzung im Taschenbuch, 13. Dezember 2009
Wer hätte gedacht, dass zwei Übersetzungen ein- und desselben Werkes einen kleinen Übersetzerkrieg auslösen?

Zunächst erschien die Übersetzung von Matthias Jendis und wurde durchaus gelobt. Dann stellte sich heraus, dass Jendis ursprünglich zusammen mit Friedhelm Rathjen an der Übersetzung gearbeitet hatte - und letzterer hat dann etwas später seine eigene Version von "Moby Dick" veröffentlicht.
Diese vielfach hochgelobte Rathjen-Übersetzung war lange Zeit nur als hochpreisiges Hardcover erhältlich und ist seit 2009 nun ERSTMALS günstiger zu haben, und auf diese Übersetzung bezieht sich diese Rezension.

Rathjens Übersetzerdevise besteht darin, sprachliche Unebenheiten, grammatikalisch Ungewöhnliches, "unangebrachte" Wortkombinationen etc. nicht zu tilgen oder zu glätten, sondern möglichst getreu zu übersetzen oder nachzuempfinden und gleichzeitig den Rhytmus, die Melodie Melvilles beizubehalten. Dadurch erhält dieses Werk trotz manch anachronistisch anmutender Wörter (z.B. alldieweil, obschon, sintemalen) eine Frische und Originalität, wie man sie einem Erzähler des 19. Jahrhunderts nie zugetraut hätte (obwohl Melville auch mit seiner existentialistischen "Barleby"-Erzählung seiner Zeit weit voraus war)!

Eine vielgenannte, vermeintliche Schwäche des Moby Dick sind übrigens die zahlreichen Einschübe über Wissenschaft und Geschichte des Walfangs; man kann es wohl niemandem verdenken, wenn er diese Passagen überblättert.
Ich war zunächst auch geneigt dies zu tun, stellte jedoch noch rechtzeitig höchst überrascht fest, dass meist am Ende einer - scheibar durchgängig sachlichen - Schilderung irgendeiner Fangmethode völlig unvermittelt ein ironischer Schluß aus dem ganzen Einschub eine kleine Parabel über das Menschsein macht; oder dass das Kapitel mit einem derart gewieften Aphorismus abschließt, dass ich mich doch entschieden habe ALLES zu lesen - und wurde meistens dafür belohnt!

Überhaupt birgt dieser (zu Unrecht zum Kinder- und Abenteuerbuchklassiker degradierte) Roman eine Fülle von ironischen Sichtweisen auf das Leben, eine Fülle von philosophischen Einsprenkseln, eine Fülle von schillernd origineller Wort- und Sprachgewalt. Ein Fest für Literaturliebhaber!

Indes dürfte den wenigsten bekannt sein, dass die zuweilen bizarre Jagd auf das Ungeheuer Moby Dick eine ungewöhnliche Rezeption erfur, indem Gudrun Ensslin sich aus Melvilles Buch die Decknamen für die Rote-Armee-Fraktion aussuchte. Stefan Aust sagte dazu 2007 im Interview mit der FAZ:
"Der dämonische, monomanisch-rasende Kapitän Ahab stand für Baader, Starbuck für Holger Meins, Zimmermann für Jan-Carl Raspe, Quiqueg für Gerhard Müller, Bildad für Horst Mahler, Smutje für Ensslin selbst. Der Wal Moby Dick, schon im Buch eine Parabel, ein chiffrenhafter Symbolkomplex, wird hier noch einmal als Chiffre eingesetzt. Der Wal ist der Leviathan, und der Leviathan ist das Sinnbild für den Staat, den die RAF als die Pappmaske der trügerischen Erscheinungswelt zerschlagen will.(...) Diesen Staat Leviathan, diesen weißen Wal, den haben die Terroristen jagen wollen. Bei der Jagd auf den weißen Wal ist jeder Irrsinn vorgekommen, den Sie nachher auch bei der RAF gefunden haben. Deswegen war das eine sehr, sehr passende Parabel für das, was die Terroristen taten. Die Charaktere, die in Moby Dick beschrieben sind, passen tatsächlich sehr genau auf die einzelnen Figuren in der RAF. (...)Wer die RAF verstehen will, muss Moby Dick lesen."
Ich denke zwar NICHT, dass man Moby Dick lesen muss um die RAF zu verstehen, und empfehle andersherum, zunächst das Buch aus sich heraus zu verstehen - und nicht durch die Brille späterer Ereignisse. Dennoch ist die Rezeption durch die RAF ein interessantes Detail, und vielleicht ist es beim späteren, zweiten Lesen des Romans einmal interessant herauszufinden, ob sich die Rotarmisten tatsächlich in den von ihnen gewählten Romanfiguren wiederfinden; auf jeden Fall ist dies eine höchst ungewöhnliche Rezeption für einen Klassiker der Weltliteratur!

Zum Äußeren sei noch erwähnt, dass sich der Verlag aufgrund der über 900 Seiten entschieden hat, ein etwas dünneres Papier zu verwenden (jedoch KEIN Dünndruckpapier, welches empfindlich und halbdurchsichtig wäre); sondern lediglich etwas dünneres Papier. Dadurch ist das Buch deutlich leichter und beim Lesen bequemer in der Hand zu halten, anderseits aber auch etwas biegsamer als ein normales Taschenbuch. Aufgrund einer anderen Rezension, die sich über das Papier beklagte, hätte ich beinahe nicht zu diesem Buch gegriffen - daher sei abschließend erwähnt, dass mich das leichtere Papier nicht im Mindesten gestört hat.





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2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Ein Klassiker - grandios erzählt, 2. Juli 2009
Diese Rezension stammt von: Moby Dick: (Romantische Romane) (Taschenbuch)
Keine leichte Aufgabe, einen Klassiker wie Melvilles Moby Dick zu rezensieren. Angesichts des Stellenwertes dieses Buches für die Literatur traut man sich kaum, weniger als 5 Sterne zu vergeben und etwas anderes als Begeisterung zu äußern. Auch auf die Gefahr hin, das Buch in seiner ganzen Tragweite nicht verstanden zu haben: Moby Dick hat mich nicht vollends begeistert und ich vergebe 4 Sterne.
Die Handlung ist Allgemeinwissen und muss nicht lange erklärt werden: Der Erzähler der Geschichte, Ismael, heuert auf dem Walfänger Pequod an. Dem Kapitän des Schiffes, Ahab, geht es jedoch nicht um möglichst reiche Fänge und hohen Gewinn. Sein ganzes Streben ist allein darauf gerichtet, Moby Dick, den weißen Wal, zu finden und zu töten. Seit er im Kampf mit dem Tier sein Bein verloren hat, ist er von diesem Wunsch besessen. In seinem blinden Hass reißt er sein Schiff und seine Mannschaft mit in den Untergang.
Die Darstellung Kapitän Ahabs steht dabei im Zentrum des Buches und ist gleichzeitig Melvilles größte Leistung. Ob durch sein Handeln, in der Interaktion mit der Mannschaft oder in seinen Monologen: Der Wahn Ahabs tritt immer deutlicher zu Tage, gleichzeitig werden seine Beweggründe deutlich und als Leser nimmt man unweigerlich Anteil an seinem Schicksal. Für mich eine der besten Charakterbeschreibungen überhaupt.
Überhaupt ist Melville ein grandioser Erzähler. Seine Sprache ist kraftvoll, bildhaft und mitreißend. Allerdings unterbricht er seine Erzählung immer wieder, um wissenschaftliche oder sonstige Exkurse einzubauen. Nicht das diese Kapitel uninteressant wären. Im Gegenteil. So erfährt man alles über den Walfang im 19. Jahrhundert, das wissenschaftliche Bild von Walen damals, und noch vieles mehr. Meiner Meinung nach soll ein Roman jedoch in erster Linie intelligent unterhalten und nicht belehren. Eine moralische Botschaft lässt sich ohnehin wirkungsvoller durch die Handlung vermitteln. So ist Melvilles Beschreibung der beginnenden Freundschaft zwischen Ismael und Quiqueg ein eindrucksvolles Plädoyer für religiöse Toleranz.
Abschließend bleibt mir noch zu sagen, dass Moby Dick ein Buch ist, das zu lesen sich lohnt. Man darf allerdings keinen klassischen Roman erwarten.
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0 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Moby Dick, der große, sehr groooooße Roman...., 4. April 2008
Diese Rezension stammt von: Moby Dick: (Romantische Romane) (Taschenbuch)
Ich gebe aus folgendem Grund 3 Sterne: Natürlich ist Moby Dick ein literarisches Meisterwerk, keine Frage. Jedoch trifftet das Wesentliche oft in ein solches Blablabla ab, dass man teilweise die Lust am Lesen verliert und so sollte es eben nicht sein. Moby Dick sollte jedoch zu den Büchern gezählt werden, die unbedingt gelesen gehören...
Aber man braucht Geduld, finde ich. Im Endeffekt bin ich aber froh, dass ich es gelesen habe und kann, durch den kleinen Erfolg, endlich fertig zu sein, den langen und anstrengend Weg bis dahin vergessen:)

Alles Liebe
Jürgen
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