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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
22 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Grandios!,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Moby Dick: Roman (Gebundene Ausgabe)
Über dieses Meisterwerk gibt es eigentlich nicht mehr viel zu sagen. Bemerkenswert finde ich --- da ich eigentlich nur diese klassische Walgeschichte erwartete --- daß Melville immer wieder abschweift vom Geschehen und sprichwörtlich über Gott und die Welt philosophiert. Das finde ich das spannendste. Es war das erste "lange Buch" gewesen, das ich gelesen hatte und es zog mich immer wieder in seinen Bann, bedingt durch Melvilles prophetische Schreibweise. Es wird ja nicht umsonst die "Bibel der Walfänger" genannt. Und diese Atmosphäre kommt trotz der zahreichen Verfilmungen (u. a. mit Gregory Peck oder Patrick Stewart) nur im Buch so bemerkenswert zum Ausdruck. Wer ein bißchen an Biologie, Geschichte und Philosophie interessiert ist kann ich das Buch aufrichtigst empfehlen, zumal es der Manesse-Verlag wunderschön typographisch korrekt geduckt hat. FAZIT: kaum ein Buch hat mich so beeindruckt!
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16 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Der Klassiker,
Rezension bezieht sich auf: Moby Dick (Taschenbuch)
Moby Dick ist mehr als nur ein Roman. Man kann ihn auf mindestens drei Ebenen betrachten. Viele sehen in ihm nur eine abenteuerliche Geschichte, nicht viel höher angesiedelt, als eine spannende Jugendlektüre. Das mag er in verkürzten und bearbeiteten Ausgaben wohl auch sein, er ist es im Original aber ganz gewiss nicht. Auf einer weiteren Ebene ist er ein gutgeschriebener, spannender Roman. Eine packende Geschichte, mit eindringlichen Charakteren. Bereits auf dieser Ebene ist das Buch eine echte Freude. Richtig imposant wird das Werk aber erst vor dem Hintergrund seiner tiefergehenden Bedeutungen. Personen und Handlungen sind zugleich Stellvertreter anderer, allgemeinmenschlicher Grundtatbestände, die über die konkrete, geschilderte Situation hinausgehen. Der Wal ist nicht nur ein zu erlegendes Tier, Ahab nicht einfach nur der Kapitän des Schiffes und die Jagd nicht nur ein Broterwerb. Sie stehen für mehr. Es ist ungeheuer spannend, während des Lesens immer wieder in diese Metaebene einzudringen. Ich denke, alle Bezüge lassen sich selbst nach mehrfacher Lektüre nicht entschlüsseln, so vielfältig ist das Buch. Es sollte noch daraufhingewiesen werden, dass das Buch durchaus einige Längen hat, die weniger erbaulich sind, aber: immer locker weiterlesen und nicht wegen einer kleinen Öde einen großen Schatz verpassen!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Ein Meisterwerk des 19.Jahrhunderts,
Von
Rezension bezieht sich auf: Moby Dick: Kapitän Ahab jagt den weißen Wal (Gebundene Ausgabe)
Neben den unzähligen thematischen Anregungen, die in den Roman eingeflossen sind (besonders erwähnt seien hier nur die 1839 erschienenen Erzählungen über den weißen Wal »Mocha Dick« von Jeremiah N. Reynolds), kommt dem Einfluß der Bibel und Shakespeares auf Sprache und Struktur des Buches eine überragende Bedeutung zu. Die Bibel diente Melville hier wie in allen seinen Werken als unerschöpfliche Quelle für vorgeprägte Namen, leitmotivische Grundsituationen und prophetisches Pathos. Die Anverwandlung Shakespearescher Elemente ist von beispielloser Vielfalt und Intensität. Ihren mehr äußeren Ausdruck findet sie im szenischen Aufbau, in der Verwendung des Monologs als Mittel zur Selbstergründung, in den komischen Interludien (z. B. der Predigt des Negerkochs an die Haie), den kosmischen Vorzeichen und Orakeln, in der Gestalt des Pip als dem direkten Vetter des Narren in King Lear und in Ahabs Ähnlichkeit mit Lear. In Wortechos, kühnen Verbindungen und Funktionserweiterungen von Wörtern (besonders den Partizipien und Adverbien gewinnt Melville überraschend neue Wirkungen ab) wird dieser Einfluß zu einem schöpferischen Prinzip und verbindet sich mit Melvilles ureigenen, kinästhetischen, rhythmischen und metaphorischen Besonderheiten. Unter diesen Aspekten stellt Moby-Dick die reichste, dynamischste, virtuoseste Entfaltung von Melvilles Sprachkunst dar. Für den eigentlichen Entwurfs des Buches hat der Autor aus seinen früheren Romanversuchen Kapital geschlagen: Die allegorisierende Struktur von Mardi verschmilzt mit dem Realismus von White-Jacket, der perspektivischen Ich-Erzählung eines Außenseiters in Redburn und der zwingenden mythischen Fabel von Typee. Unwiederholbarer Höhepunkt des Melvilleschen Romanschaffens, Sammelbecken einer reichen europäischen Prosatradition, ist Moby-Dick bei aller Assimilierung ein höchst originelles Buch, ein Mythos und Kunstgebilde seiner Art und eines der bedeutendsten Prosawerke des 19. Jh.s.
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