Um eines gleich vorab zu sagen: Dieses Buch ist keines dieser reißerisch gemachten Druckwerke, die durch journalistische Wellenreiterei versuchen auf einem bestehenden Trend mit zu surfen. Für jeden sensationsgeilen Leser dürfte dieses Buch eher langweilig sein, denn man muss sich beim lesen etwas Mühe geben, handelt es sich doch um etwa 250 ziemlich klein bedruckte Seiten. Gefüllt wurden diese Seiten vor allem mit den unzähligen unter streng wissenschaftlichen Vorraussetzungen (nach den Gesetzmäßigkeiten der heutigen universitär gelehrten Wissenschaften!) entstandenen Studien über die gesundheitlichen Folgen des Mobilfunks und der ebenso gefährlichen Technologien wie mobile Heimtelefone nach dem DECT-Standard und WLAN.
Da geht es in der schwedischen Lund-Studie um den Nachweis der Öffnung der Blut-Hirn-Schranke (die an sich dafür sorgen soll, das Gifte nicht aus dem Körper ins Gehirn gelangen können), die bereits durch kurze Mobilfunktelefonate erfolgt, in der niederländischen TNO-Studie wird berichtet, was uns durch GSM (herkömmlicher Mobilfunk) und erst durch UMTS (neuer Mobilfunkstandard) an Strahlenbelastung erwartet und in den EEG-Forschungen des Medizinphysikers Dr. Leberecht v. Klitzing von der Universität Lübeck wurden z.B. (auch durch Reproduktion der Studienergebnisse durch andere Forscher bestätigt) signifikante EEG-Veränderungen durch Mobilfunkstrahlen nachgewiesen.
Es wird auch ausführlich auf die Taktik der Mobilfunkbetreiber, der Industrie und der von ihnen kontrollierten Wissenschaftler und Politiker hingewiesen, die wiederholt falsche Studienergebnisse in Umlauf bringen, um auf die vermeintliche Unbedenklichkeit des Mobilfunks aufmerksam zu machen, damit die Umsätze nicht in Gefahr geraten.
Spannend fand ich auch die Information, dass die Sowjets nach Aussagen des britischen Geheimdienstes DIA bereits Mitte der 70er Jahre Mikrowellenstrahlung in der jetzt in Handys verwendeten Frequenz zur Bewusstseinskontrolle einsetzten. Die Autoren führen die Erkenntnisse des englischen Wissenschaftlers und Journalisten Tim Rifat zu diesem Thema folgendermaßen aus: "Nun ist, nach Rifat, eine Regel der Geheimdienste, ihre Geheimnisse "im Offenen" zu verstecken. Derartige "Bewusstseinskontrollgeräte" als Mobiltelefone unter die Menschen zu bringen und sie noch dazu teures Geld dafür bezahlen zu lassen, dass sie durch Mobilfunk krank und gefügig gemacht werden, sei das nicht ein wahrer "Geniestreich des Bösen"?"
Deutlich wird durch dieses Buch vor allem eines: Mobilfunk ist alles andere als eine harmlose Technologie und wir tun gut daran, sie soweit es geht zu meiden und unsere Kinder davor zu schützen. PCs und Telefone im eigenen Haus mit einem Kabel dran mögen von der Werbung als untrendy stigmatisiert werden. Sie sind dennoch die sichere Alternative zum permanenten Strahlenbeschuss.
Fazit: Ein wichtiges Buch, das durch unzählige Studienergebnisse die Risiken des Mobilfunks sehr plastisch darstellt. Einziger Schwachpunkt ist die meiner Meinung nach etwas dünn ausgefallene Abteilung "Was kann ich konkret tun, um Abhilfe zu schaffen?", die mit nur vier Seiten im Anhang für eine eventuelle Neuauflage eindeutig ausbaufähig wäre.