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Zu dieser Session trafen genau die Musiker zusammen, die maßgeblich zum Erfolg von Art Blakeys Messengers beigetragen haben. Meiner Meinung nach gabe es weder vorher noch nachher eine Besetzung der Messengers, die ähnlich kreativ und spannend gespielt hat: Lee Morgan mit seiner unverkennbar brillianten Trompete, der immer zum "funky" Spiel neigt und eine ganz andere Ästethik als der damals tonagebende Miles Davis vertrat; Benny Golson bildet mit seinem geschmeidigen Spiel sowohl eine Ergänzung, als auch ein Kontrast zu Morgans Brillanz, außerdem war er als Komponist sehr ergiebig (Whisper not, Blues March, I Remember Clifford, Along came Betty u.v.m.); der Pianist Bobby Timmons, aus dessen Feder der Titeltrack "Moanin'" stammt, gibt der Band eine deutlich vom Spirituals und Blues her kommende Färbung - er ist kein Mann der großen improvisatorischen Selbstergründung, sondern ein Meister der knapp gehaltenen Soloexkurse, die aber dafür umso gehaltvoller sind. Bassist Jymie Merritt trat weniger in den Vordergrund, war aber mehr als nur Teil der "Rhythm Section"; Art Blakey spielt wie immer mit unglaublicher Vitalität, überraschenden Wendungen und hartem "Anschlag".
Alle Stücke dieser CD sind auf ähnlich hohem Niveau. Doch allein schon der Titeltrack (der übrigens in zwei alternativen Takes zu hören ist) wäre den Kauf der CD wert. Die beiden Soli von Morgan und Golson sowie die absolut magisch inspierte nahtlose Überleitung von der Trompete auf das Saxophon mit seiner abrupten Wendung ins Dunkle sind unvergeßlich.
Das Klangbild der neu gemasterten Version ist trocken, sehr transparent und wunderbar dynamisch. Man hört der Aufnahme seine bald 50 Jahre Alter nicht an.
Wer mehr von den Messengers auf Blue Note hören möchte, sollte sich die beiden CDs "At the Café Bohemia" von 1955 nicht entgehen lassen. Darauf ist eine ältere Besetzung zu hören: Kenny Dorham, Hank Mobley, Horace Silver(!) und Doug Watkins.
Lee Morgan und Bobby Timmons sind beide eher funkige, soulige bzw. gospelgeprägte Musiker, was dem Album insgesamt eine gewisse Nähe zu diesen Formen schwarzer Musik verleiht.
Wer das Album mag, kann natürlich weiterforschen nach anderen Jazz-Messengers-Einspielungen (etwa "A Night in Tunisia" oder "Free For All", die ich beide noch nicht kenne, die aber sehr gelobt werden). Als Alternative bietet es sich aber auch an, sich mit den anderen Werken von Lee Morgan (insb. "Sidewinder", sein größter Hit) und Bobby Timmons zu befassen. So kann man auf "This here is Bobby Timmons" nämlich wieder eine Fassung von "Monanin" entdecken, die ganz anders ist als die beiden Einspielungen dieser CD.
Kurz und gut, wer heute die fast 50 Jahre alten Highlights des Hard-Bop erkunden will, sollte mit genau dieser Platte anfangen.
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