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Der Moana-Effekt
 
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Der Moana-Effekt [Gebundene Ausgabe]

Kirsten Kühlke
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 287 Seiten
  • Verlag: Dielmann; Auflage: 1., Aufl. (1. Oktober 2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3933974461
  • ISBN-13: 978-3933974464
  • Größe und/oder Gewicht: 22 x 14,6 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 2.983.391 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Die Autorin Kirsten Kühlke hatte im Dezember 2003 den Allegra-Literaturpreis gewonnen. Kurz zuvor hatte sie das Manuskript ihres ersten Romans »Der Moana Effekt« bei uns eingereicht: gewissermaßen ein philosophischer Reise-Roman, in dem das Buch derriére erfunden und sogleich an mehreren Personen erprobt wird: Bücher, die sich, wie ein Print-on-Demand, ihrem jeweiligen Leser inhaltlich anpassen … Durch die Moana Effekte führen einerseits ein albernes Herrenhandtäschchen mit mäßigem philosophischem Sachverstand, sowie keine Geringere als Ludwig Wittgensteins Fliege, die uns den Ausweg aus ihrem Fliegenglas weisen sollte! – »Rational betrachtet, ist es ein Ding der Unmöglichkeit, daß sich ein Herrenhandtäschchen verpuppt – das funktioniert nicht, jedenfalls nicht unter gewöhnlichen Umständen. Aber womöglich handelt es sich bei dem nun folgenden um einen singulären Fall; denn ich, ein kunstledernes Herrenhandtäschchen, habe mich tatsächlich verpuppt beziehungsweise bildlicher gesprochen: ich entpuppte mich sogar als regelrechtes Schicksalsding, als ich mich unvermutet aus der schattigen Sphäre unscheinbarster Bedarfsgegenstände herauslöste […] Ohne meine Mithilfe säße Henriette jetzt nicht hier, und sie genösse nicht die zauberhafte Aussicht auf den Küstenstreifen mit seinen jadegrünen Dattelpalmen und Sanddünen, deren vielgestaltige Rücken im Licht der eben untergehenden Sonne perlmutterrosa schimmern. Ohne meine Entpuppungsmacht hätte Heinrich niemals Monsieur Be’Haddih kennengelernt und Ludmilla womöglich nie erfahren, welche erotischen Möglichkeiten sich entfalten, wenn man einem grünäugigen Tuareg dreimal mitten auf die Stirn tippt.« – Ein vergnügliches Roman-Debüt ist Kirsten Kühlke gelungen, die 1965 in Rüsselsheim geboren wurde. Nach dem Abitur studierte sie Vor- und Frühgeschichte und klassische Archäologie in Mainz, dann freie Malerei in Wiesbaden – was konsequent in einen Abschluß im Fach Gesellschaftswissenschaften in Frankfurt mündete. Zuletzt war sie Veranstaltungsleiterin einer Kunststiftung. – Kirsten Kühlke las 2001 in der Endrunde des Open-Mike, Literatur-Werkstatt Berlin, unter dem Pseudonym Sten Kühlk, 1999 erhielt sie den Würth-Literaturpreis, Poetikdozentur der Universität Tübingen, 1999 den Frauenliteraturpreis Kreis Groß-Gerau, 1999 und 1998 belegte sie den 2. Platz um den Literaturpreis zur Buchmesse im Ried. – Sie lebt und arbeitet in Rüsselsheim, über das man zum Beispiels dies erfährt: »Im Rhein-Main-Gebiet schneit es so gut wie nie. Wenn es einmal schneit, dann große, nasse Flocken, die den Himmel verdüstern und den kleinen Kindern, die hinter den Fensterscheiben aus Doppelglas stehen und sich die Nasen plattdrücken, die Herzen brechen, weil sich die Flocken partout nicht auf der Erde anhäufen wollen zu weißen Wehen, sondern beim ersten Kontakt mit dem schwarzen Asphalt hinschmelzen. Das liegt vermutlich daran, daß das Rhein-Main-Gebiet ein heißes Pflaster ist oder hat oder vielleicht auch an unterirdischer Vulkantätigkeit. Henriette weiß es nicht, glaubt aber, daß es eine wissenschaftliche Erklärung dafür geben muß, denn in anderen Teilen der Welt schneit es durchaus erfolgreich. Sogar in Rom hat es einmal geschneit, und der Schnee ist kurz liegengeblieben, so daß die Römer ihre Spanische Treppe zum Rodelhang erklärten und einen Tag lang Spaß hatten. In Rüsselsheim jedenfalls, einer Stadt, die auch mit R anfängt und mit M aufhört, genau wie Rom, ist Schnee aber eine Rarität.«

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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Blaue Unendlichkeit, 16. August 2005
Rezension bezieht sich auf: Der Moana-Effekt (Gebundene Ausgabe)
Der Roman schlägt Volten, dehnt sich aus, schnurrt zusammen,
bildet Ausstülpungen, macht sich dick; jetzt besteht er aus einzelnen Splittern mit glitzernden Flächen, wird wieder eine kompakte Masse, jetzt wird er zu filigraner Spitze- ein sehr lebendiger Roman also.
Er lebt von der Sprache, von einem exquisiten Wortschatz, von glänzenden , auch vom Gebrauch stumpfen Worten, von Unikaten und Alltagsmünzen.
Er erzählt die Geschichte eines Ehepaares, Heinrich und Henriette Heinz aus Rüsselsheim, die, arbeitslos geworden, dank einer bescheidenen Erbschaft eine Reise antreten, natürlich in den Süden.
Diese Reise entwickelt sich zu einer education sentimentale, in deren Verlauf sie Be'Haddih, einen orientalischen Lebenskünstler und Geschichtenerzähler, kennenlernen.
In dieser Konfrontation des realistischen Biedersinns mit einer Welt der ungehemmten Phantasie werden sie peu á peu eingeweiht in das Wesen des Moana Effekts.
Das Wort stammt aus dem Polynesischen und bedeutet „blaue Weite" oder „blaue Unendlichkeit" .
So kommt es, dass Heinrich seine Erleichterung darüber gesteht, dass sie sich auf ihrer ungeplanten Schiffsreise von Marseille nach Afrika - wie sie vermuten- verirrt haben, eine bemerkenswerte Wandlung des rechtschaffenen Ingenieurs. Aber das ist nicht alles: auch er erzählt eine erfundene Geschichte, für ihn eine Frivolität wider den Geist buchhalterischer Ehrlichkeit.
Seine Frau Henriette ist schon eher dem Effekt erlegen, ihre diesbezügliche Disposition lässt sich schon ganz am Anfang ihrer Reise (noch ohne Be'Haddih) feststellen, als sie verschwenderisch eine Münze in einen bemoosten italienischen Brunnen wirft.

Eine sehr schöne Bestätigung für die Realität der Fantasie findet
sich in dem Umstand, dass die Geschichte von einem Herrenhandtäschchen und einer Stubenfliege - in Konkurrenz -erzählt wird, wobei die Stubenfliege den weitaus reflektierteren Part innehat.

Der Moana Effekt ist nicht nur ein glänzend geschriebener Roman, sondern gleichzeitig ein Plädoyer für die Berechtigung haltlosen Fabulierens.
Er ist außerdem ein Einspruch für die lebenserhaltende Kraft der Fantasie.
Um es mit den Worten Be'Haddihs zu sagen:

„Jawohl! Wenn man träumt oder Geschichten erzählt, was auf dasselbe hinausläuft, dann ist es die beste Gelegenheit für den Kopf, das zu tun, wofür man ihn hat. Oder meint ihr, wir wären auf der Welt , um Kreuzworträtsel zu lösen und zu telefonieren?"

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