Man fing sich gerade zu wundern an, wann denn nun endlich ein neues Clap Your Hands Say Yeah Album erscheint, da kommt deren Sänger und Songwriter Alec Ounsworth mit seinem ersten Soloalbum.
Also, bin ein glühender Verehrer des ersten Clap Albums, das zweite dann war mir bißchen zu progressiv, teilweise zu langweilig. Und auch Solo weiß mich Ounsworth nicht so ganz zu überzeugen. Produzent Steve Berlin (u.a. John Lee Hooker und The Replacements) verpasst dem Album einen New Orleans Sound, heraus kommt sowas wie avantgardistischer Folk-Blues-Pop. Verglichen mit den Clap-Alben hat's von beiden ein wenig, der Opener "Modern Girl" ist schön, "Holy Holy Holy Moses", seine Huldigung an New Orleans gefällt auch. Dazwischen dann aber auch wieder viel sperriges, das nicht immer zu gefallen weiß. Klar, mit seiner Band klang er auch nie "glatt", aber ich vermisse hier etwas die Leidenschaft, das Ungestüme - und ganz besonders seinen großartigen Sinn für Melodie, der ihn irgendwie nach dem ersten Clap-Album fast völlig verlassen hat. Und am schlimmsten: Auch hier langweilt michs manchmal, mit mehrmaligem Hören wird das sogar schlimmer. So ist "Mo Beauty" in der heutzutage so guten Singer/Songwriter Szene nicht gerade eines der besten Alben, bestimmt nicht jedermanns Sache. Ach ja, noch ein ziemlich guter Song ist "Obscene Queen Bee", hat was sentimentales. Naja, wer weiß, vielleicht ist mein Problem auch nur, das ich nie über das Clap Your Hands Debut hinweggekommen bin.
Hab mal irgendwo gehört, das Ounsworth ein Problem damit hat, ein Star zu werden, zu berühmt zu werden. Dies würde erklären, warum er sich mit jedem Werk wieder mehr in die "Indie-Szene" begibt. Und auch seine etwas seltsame Veröffentlichungspolitik. Ungefähr zur selben Zeit wie "Mo Beauty" erschien das erste Album seiner neuen Band, Flashy Python, erwerblich nur als Download. Jenes Album soll nun im März offiziell 'rauskommen (da gehts übrigens wieder sehr progressiv zur Sache).