... aber enttäuschend war das ganze schon.
Als ich gelesen habe, dass endlich das zweite Buch der Sabbatreihe draußen ist, habe ich es mir gleich besorgt und freudig losgelesen ... um es dann wieder aus der Hand zu legen um dann schwerfällig von mir gelesen zu werden.
Das Buch beschreibt oder sollte ich eher sagen, schneidet viele wunderbare Themen an, geht aber nie sonderlich in die Tiefe. Die Autorin beschreibt bisher als einzige auch Slawische Feste, geht aber irgendwie nicht sonderlich in die Tiefe, sondern erfüllt in meinen Augen das "Erwähn-Charakter", Hauptsache ich habe mal dieses und jenes erwähnt. Und das macht es gerade zu einem Buch, welches sich nur sehr schwer lesen lässt. Da fällt mir immer wieder ein, wie sie beschreibt, dass Römerinnen zu diesem Fest ihre Sklavinen zu einem Tempel führten um sie dort mit Zweigen zu schlagen. Aber sie geht nicht darauf ein, wieso (vermutlich ein Renigungsproozess), mit was und wie doll. Bekamen sie nur leichte Schläge oder wurden sie halb zu Tode geprügelt (zwar ist letzteres unvorstellbar, aber in solch einem Fall können ja solche Gedanken kommen). Und in vielen anderen Bereichen erwähnt leider die Autorin nur Dinge ohne sie näher zu beschreiben.
Dann beschreibt sie Tarotdeutungen, die man in ihrem Tarotbuch auch nachlesen könnte (quasi ein wenig Eigenwerbung), jedoch hier ein wenig zu sehr ausgedehnt wurde. Gut, Deutungen war auch in Silvers Sabbatbuch zu finden, nur nicht die Deutungen für irgendwelche drei Personen, mit denen die LeserInnen nichts anfangen können. Da hätte ich mir ein spezielles Mittsommerorakel gewünscht. Von mir auch ruhig ein rein erfundenes von der Autorin, zum Beispiel ein Blumenorakel.
Aber auch so, fand ich einiges ein wenig unpassend, zum Beispiel die Rituale am Ende. Kann man Mittsommer nur in einer Gruppe feiern? Denn nach ihr schon. Aber es gibt sicherlich genügend Hexen da draußen, die nicht in einer Gruppe feiern können oder wollen. Da hätte man ruhig auch für sie einige Beispiele geben können, wie sie das Fest feiern können.
Aber genug gemeckert über das Buch, denn es hat auch Sachen, die mich sehr positiv gestimmt haben.
Bisher ist sie die erste Autorin, in deren Werke ich etwas über Slawische Göttheiten gelesen habe. So erwähnt sie kurz (verständlicherweise) einige Russische oder sonstige Slawische Gottheiten, von denen sicherlich viele (auch wenn deren Wurzeln dort liegen, wie bei mir) noch nie gehört habe. Weiter finde ich es toll, dass sie viele Kräuter erwähnt hat, die für dieses Fest gesammelt werden könnten und entsprechend auch genutzt werden können und gibt dafür auch einige Beispiele an, zum Beispiel als Tee, für Rituale und so weiter.
Besonders am Ende ihre Korrespondenztafel fand ich mehr als nur hilfreich und wünschte mir, dass auch Silver solch eine Tafel genutzt hätte, denn so kann man überfliegen, was man zu dieser Zeit nutzen kann.
Fazit: Leider ist das Buch nicht das, was ich mir gewünscht habe und Solohexen werden da ein wenig forschen müssen um ihre Rituale zu finden, da hier leider kein einziges vorgestellt werden. Aber für den Einstieg finde ich es richtig gut.
Zu guter Schluss möchte ich noch ein Statement zur Übersetzerin verlieren:
Durch diese Übersetzerin habe ich gelernt, gute ÜbersetzerInnen zu schätzen. Nein, die Arbeit an sich ist gut, keine Rechtschreibfehler, die ich in so manchen Werk finde (manchmal einfach nur Wortdreher, manchmal richtige Rechtschreibfehler) oder sonstiges. Darüber kann man und frau nicht meckern.
Meckern kann man aber über ihre Anmerkungen. Normalerweise liebe ich die Anmerkungen, weil sie Wissen vermitteln, welche die AutorInnen als Vorwissen wohl erwarten und die ÜbersetzerInnen anhängen, falls es doch niemand weiß.
Hier aber, präsentiert sie uns ihre Meinung und sorry, die interessiert mich nicht. Zum Beispiel wurde ein heiliger Becher erwähnt und sie kommt mit einer kleinen Armee von Fragezeichen daher. Jede Hexe wird sich aber denken können, dass damit der Kelch gemeint ist. Und so geht es weiter. Man kann sagen, die Hälfte ihrer Kommentare hätte sie sich ruhig sparen können, da man sich nur lächerlich gemacht fühlt und dass muss nicht sein.
Man kann darüber ruhig weglesen, kein Problem, nervig und unnötig sind sie trotzdem und ich werde hoffentlich in Zukunft die besseren Kommentare und Übersetzungen zu schätzen wissen, denn dies gehört nicht dazu (entschuldigt diese persönliche Meinung, aber ich hoffe, dass die entsprechenden Leute das mal lesen und in Zukunft so etwas verhindern, hab dazu aber wenig Hoffnung).