London. In einem völlig zugenebelten Park befindet sich eine junge Frau auf dem Weg nach Hause. Sie ist aber nicht die einzige Person die sich dort aufhält. Es ist zwar niemand im Nebel zu sehen, aber eine furchteinflößende Stimme verkündet ihr, das sie das Monatsende nicht mehr erleben wird. Fortan wird sie mit grässlichen Anrufen belästigt, die immer wieder ihren baldigen Tod ankündigen.
Mit diesem Paukenschlag eröffnet Regisseur David Miller einen der spannensten Thriller aller Zeiten. Oftmals wird Mitternachtsspitzen mit den Werken von Alfred Hitchcock verglichen. Bei näherer Betrachtung gibt es aber durchaus Differenzen. Selten lieferte Hitch einen dermaßen fulminanten Einstieg und zudem ist es eher ein klassischer "Who done it", der dem Zuschauer bei der Tätersuche nicht mehr Informationen gibt als seinem Opfer. Ein Schema das in der Filmographie von Mr.Hitchcock nicht oft zu finden ist. Was "Mitternachtsspitzen" aber trotzdem in seine Richtung schiebt, ist die gnadenlose Spannung. Obwohl seit der Entstehung fast 50 Jahre vergangen sind, sitzt man heute immer noch mit schweißnasser Stirn vor dem Fernseher und fiebert mit. Durch geschickt eingestreute Fährten weiß man recht bald nicht mehr, wem man trauen kann. Zusätzlich ist ständig ein lichtscheuer Zeitgenosse unterwegs , dessen Motive im Verborgenen bleiben. Die Angst bleibt die kompletten 104 Minuten erhalten, was dieses zeitlose Meisterwerk in jedem Fall auf einen der vordersten Plätzen innerhalb des Genres schiebt.
Doris Day hat hier endlich auch mal die Möglichkeiten aufzuzeigen das sie nicht nur komödiantisches Talent in sich trägt, und verkörpert die Panik, die ihr und dem Betrachter einverleibt wird, nahezu perfekt. Auch der restliche Cast spielt hervorragend. Myrna Loy, Rex Harrison, John Gavin, und der von mir immer wieder gerne gesehene Roddy McDowall spielen glänzend. Der Score sitzt genauso perfekt wie ihr titelgebendes Kleid namens "Mitternachtsspitzen".
Fazit: Egal ob jung oder alt, diesen Film darf man einfach nicht verpasst haben, wenn man gerne Thriller sieht!
Kommen wir zur DVD:
Naja, da hat man schon weitaus bessere Veröffentlichungen gesehen. Das Bild rauscht in einigen Szenen fatal, was man natürlich aufs Alter schieben kann aber auch da gab es weitaus bessere Restaurationen. Das Bonusmaterial ist sehr dürftig. Gerade mal der US-Kinotrailer und eine Trailershow die nichts mit dem Film zu tun hat liegt vor. Neben der deutschen Tonspur ist aber immerhin auch die englische vertreten. Beide sind in jedem Fall okay. Dafür gibt es aber wieder keine Untertitel was wirklich toll gegenüber den Hörgeschädigten im Land ist. Auch diese Menschen hätten den Film wahrscheinlich gerne genossen. Ein Booklet fehlt selbstverständlich auch und im Gesamtergebnis kann man nur von einer lieblosen VÖ sprechen, die dem Film in keinster Weise gerecht wird. Die Hauptsache ist aber das man ihn nun überhaupt als DVD erwerben kann und in Relation zu diesem Release auch für einen fairen Preis. Trotzdem hoffe ich aber das irgendwann noch eine bessere Edition kommen wird.