Wer Follets frühe Romane kennt und schätzt war schon von seinem Bestseller "Die Leopardin" enttäuscht und zugleich überrascht, dass es dieser eher mittelmäßige Kriegsthriller ganz oben in die Bestsellerlisten geschafft hat.
Offenbar wolte Follet mit dieser Masche noch ein wenig mehr Geld verdienen und hat deswegen mit "Mitternachtsfalken" das nächste Weltkrieg II - Widerstandsepos geschrieben.
Und wie so oft, wenn ein Autor sich selbst plagiiert, ist das Ergebnis eher ein Buch zum Weglegen.
Die Handlung ist schnell erzählt: Junger Däne entdeckt zufällig kriegswichtige deutsche Radaranlage. Noch mehr zufällig ist die Verlobte seines Bruders englische Geheimagentin, die (natürlich zufällig) unabhängig von den Ereignissen in Dänemark von Churchill den Auftrag bekommt besagte Radaranlage auszuspionieren. Nach vielen Irrungen und Wirrungen (bei denen wiederum ein Zufall den nächsten jagt) muss der junge Widerständler sein Geheimnis selbst nach England schaffen und benützt dazu ein altes Flugzeug, welches (rein zufällig) in einer Scheune rumsteht, welcher dem Vater seiner Freundin gehört. Und diese Freundin hat (wieder mal ein praktischer Zufall) einige Flugerfahrung. Also fliegen der junge Däne und die Freundin quer über die Nordsee nach England. Dort entdeckt der offenbar auch physikalisch begabte Däne dann, als er zufällig im streng geheimen Kontrollzentrum der Royal Air Force herumsteht, noch den Trick, wie man die Radaranlage überlisten kann und gewinnt so den 2. Weltkrieg im Alleingang.
Anders als durch haarsträubende Zufälle kann Follett diese Geschichte auch nicht zusemmenhalten. Besonders gegen Ende hat man deutlich den Eindruck, dass der Autor von der eigenen Geschichte doch sehr gelangweilt ist. Auf den letzten Seiten werden alle Handlungsfäden rabiat verknüpft und alle missliebigen und überflüssigen Personen beseitigt, um die Geschichte endlich zum Ende kommen zu lassen.
So wird die Flucht der englischen Geheimagentin aus dem deutsch besetzten Dänemark nach London mit einem Satz abgehandelt. Sie sei mit dem Zug entkommen. Tja, wenn das so einfach ist, fragt man sich wirklich, warum sich unser junger dänischer Held den gefährlichen Aufwand mit Flugzeug betrieben hat. Angst vorm Bahnfahren ?
Das nächste Mal sollte Mr. Follett sich mal wieder was Neues einfallen lassen, sonst wird er zum Lieferanten beliebig austauschbarer Instantthriller. 1 Punkt für die gefällige Schreibweise, ansonsten rate ich ab.