Joan Aiken ist eine gute Menschenmalerin. Sie zeichnet in diesem Buch ein düsteres Bild des Industriezeitalters in England. Nicht nur spannende Unterhaltung, sondern sie schafft es auch, vor allem die Kinder sehr gut darzustellen. Nicht nur zickig und bedauernswert auf der einen Seite, das französische Mädchen, nicht nur der arme, reiche Junge auf der anderen Seite. Nein, jeder hat seine Stärken und Schwächen. Es gelingt der Autorin hier, diese Charaktere gut rauszuarbeiten, auch die Darstellung des Überlebenskampfes der beiden Kinder ist sehr gut gelungen. Ich muss sagen, ich habe mitgelitten. Ob alle Wendungen immer sehr glaubhaft sind...? Aber dafür ist es schließlich ein Roman und kein Sachbuch. Allerdings sind die Hintergründe, die Kinderarbeit in den Fabriken, die mafiösen Strukturen usw. sehr gut recherchiert.
Fazit: ein durch und durch spannendes Buch, bei dem man auch noch viel lernen kann über dieses Zeitalter und seine sozialen Strukturen.